Kultur

Vor allem bei den Grafiken der Sammlung Buchheim wird sich die Provenienzforschung hinziehen, vermutet der Direktor des Buchheim-Museums, Daniel J. Schreiber. (Foto: dpa)

27.02.2014

Buchheim-Museum forscht nach möglichem NS-Raubgut

Lothar-Günther Buchheim wusste die Gunst der Stunde zu nutzen: Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er sich eine einzigartige Kunstsammlung auf - vom Expressionismus wollten andere damals wenig wissen. Der Sammler machte manches Schnäppchen. Doch waren darunter auch Stücke, die heute verdächtig sind, "NS-Raubgut" zu sein? Der Fall Gurlitt hat jedenfalls auch die Hüter von Buchheims Kunstsammlung auf den Plan gerufen. Bislang jedoch gab es keine konkreten Rückforderungen, sagt  Daniel J. Schreiber, der Direktor des Buchheim-Museums. Das genügt den Verantwortlichen in Bernried allerdings nicht: Man habe bereits einen Abgleich mit dem Lost Art Register (www.lostart.de) gemacht, sagt Schreiber: "Da gab es keinerlei Hinweise auf etwas Verdächtiges." Die Provenienzforschung soll aber hieb und stichfest gemacht werden: Alle Werke, die bis 1945 entstanden sind, will man  unter die Lupe nehmen. Daniel J. Schreiber zufolge geht es um etwa 80 Gemälde und gut 1400 Grafiken. Ein zeitliches Mamutprojekt - das Buchheim-Museum will dafür Fördermittel beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien beantragen. Vom Umfang her rechnet Daniel J. Schreiber mit einer Personalstelle : Begonnen werden sollte mit der Überprüfung der Gemälde, das dauere wohl schon ein Jahr. Weitaus schwieriger und zeitaufwändiger ("das wird richtig lange dauern") gestalte sich die Provenienzforschung bei den Grafiken, sagt Schreiber. Es handelt sich um Auflagenwerke - in den Inventaren seien jedoch die Durchnummerierungen nicht immer aufgelistet. Die eindeutige Zuordnung, dass also genau dieses oder jenes Blatt aus der Bauchheim-Sammlung "NS-Raubgut" sei, falle deshalb schwer. (Karin Dütsch)

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