Kultur

In der gotischen Hauskapelle des Luftmuseums zeigt derzeit die Münchner Künstlerin Maria Rucker Skulpturen zum Thema "Von der Nase zur Skulptur". (Foto:obx/Maria Rucker) --------------------------------------------------------------------------------

12.11.2015

Der Stoff, der beflügelt

Alles Luft: Seit zehn Jahren begeistert das weltweit einmalige Amberger Luftmuseum die Besucher

Nichts als Luft: Luft zum Anschauen, Hören, Fühlen, Begreifen, Wahrnehmen - im "Luftmuseum" im ostbayerischen Amberg ist das gefühlte Nichts Ausstellungsobjekt. Mittlerweile haben 80.000 Besucher das vor knapp zehn Jahren eröffnete weltweit wohl einmalige Museum besichtigt.

Luft ist für den "Luftbildhauer" Wilhelm Koch weit mehr als nur die chemische Verbindung aus knapp 80 Prozent Stickstoff, rund 20 Prozent Sauerstoff und ein paar Edelgasen. Luft ist für den Amberger Künstler der Stoff, der seinen Museumstraum beflügelt: Er ist der Initiator des weltweit wohl ersten Luftmuseums.

Biblische Zitate

Auf rund 650 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt es Originelles und Kurioses zu sehen - von der Luftdusche bis hin zur gotischen Hauskapelle mit biblischen Luftzitaten.

Jetzt ziehen die Museumsmacher nach fast zehn Jahren Bilanz: 80.000 Besucher ließen sich seit Eröffnung 2006 von den luftigen Exponaten faszinieren. 1000 Führungen und 72 Wechselausstellungen haben die luftige Exponate-Welt mit Leben gefüllt und mit visuellen Überraschungen belebt. Luftkünstlern aus der ganzen Welt, von Kanada bis Japan, von England bis Slowenien dient das weltweit wohl einmalige Museum regelmäßig als Forum zur Präsentation ihrer Werke.  Die 150 Mitglieder des Luftmuseum-Vereins finanzieren den Museumsbetrieb im Wesentlichen mit.

Ganz schön aufgeblasen

Drei Etagen umfasst Wilhelms Kochs einzigartige Ausstellung. Im ersten Stock erwartet der Airparc die Besucher - mit einer Luftdusche, einem fliegendem Teppich, einer Orgelsäule, einem Sechszehn-Ventiler, einem Luft-Alphabet und einer Luftharfe. Dazu kommen Exponate zum "aufblasbaren Wohnen". Dort stellen die Amberger Luft-Fans auch Werkzeuge und Hausgeräte vor, die durch kräftiges Pusten zum Leben erweckt werden: vom aufblasbaren Eimer bis hin zum Luft-Besen.

Aktuell und bis 24. Januar 2016 überrascht der holländische Künstler Ronald van der Meijs die Besucher mit drei großformatigen Installationen  unter dem Motto "Atmende Gegenstände - Breathing Objects". In der gotischen Hauskapelle zeigt parallel dazu die Münchner Künstlerin Maria Rucker Skulpturen zum Thema "Von der Nase zur Skulptur" - umgesetzt in der Darstellung von Nasen verschiedenster Tiere.

Extras zum Jubiläum


Im Jubiläumsjahr 2016 planen die Museumsmacher überdies eine große Themenausstellung über das Schweben, eine große Luftnacht und das 10. Luftboottreffen mit großem Luftmuseumsfest. Außerdem ist erstmals ein Luftkongress geplant, der dann künftig in zweijährigem Rhythmus stattfinden soll.

"Viele Leute könnten sich zuerst nichts unter einem Luftmuseum vorstellen, sind dann nach dem Besuch aber begeistert", sagt Wilhelm Koch. Sein Lebensmotto: "Luft ist nicht nichts, sondern alles". Ihm kam die Idee zum Luftmuseum, nachdem er jahrelang das "Gummeum", das Gummimuseum in Kallmünz, geleitet hatte. Dort beschäftigte er sich auch damit, Luft sichtbar und fassbar zu machen und kam deshalb auf die Idee, ein Luftmuseum zu gründen, sagt Koch, der sich selbst als "Luftbildhauer" bezeichnet.

Mit seiner Idee hat Wilhelm Koch mittlerweile einiges bewegt. Seine Heimatstadt hat die luftigen Aktivitäten und Visionen des Künstlers bereits vor Jahren aufgegriffen und wirbt heute sogar als "Luftkunstort" um Gäste. (obx)

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