Kultur

Der BR-Chor war zum ersten Mal bei der Bachwoche in Ansbach - und begeisterte gleich. (Foto: Johannes Rodach)

10.08.2015

Die Mischung macht's

BR-Chor unter Peter Dijkstra triumphiert zum Abschluss der Bachwoche Ansbach

Mit zwei Aufführungen von J. S. Bachs h-moll-Messe ging die „Bachwoche Ansbach“ zu Ende: zugleich mit einem Triumph des erstmals in Ansbach auftretenden Chors des Bayerischen Rundfunks unter Peter Dijkstra. Der ließ der begleitende Concerto Köln mit höchster vokaler Kunstfertigkeit hinter sich, die jungen Solisten konnten  sich unterschiedlich eindrucksvoll profilieren: Maximilian Schmitt zeigte sich weiterhin in der ersten Riege der Bach-Tenöre, Anke Vondung war erwartungsgemäß an inniger Ausdruckskraft nicht zu übertreffen.

„Wohltemperiert“ war das Motto der zehn Tage mit fast 40 Konzerten plus Beiprogrammen auch für Kinder und Jugendliche, mit gelehrsamen Vorträgen und Landpartien: ein Motto, das auch solche vergnüglichen Nachmittagsangebote wie „Bei Bach auf dem Sofa“ enthält, das Ritual der gewohnten  Interpreten. Neue, die sich anderswo längst durchgesetzt haben, sind jetzt  auch in Ansbach zu hören.

Die Tradition der „Ansbachischen Konzerte“ gab es zum vierten Mal – analog zu Bachs „Brandenburgischen“. Diesmal zog Intendant Andreas Bomba als Auftragswerk und Uraufführung  ein Stück von Reinhard Febel an Land, das der ohnehin schon für das Münchner Klavierduo Yaara Tal & Andreas Groethuysen konzipiert hatte. Kein fest vorformuliertes Stück, sondern mit Wahlmöglichkeiten für die Pianisten: aus den 14 Kontrapunkten von Bachs „Kunst der Fuge“. Im Rahmen eines überaus attraktiv konzipierten Programms spielten die beiden Klavierprofessoren, was Yaara Tal als „liebevollen“ Umgang mit Bachs Original bezeichnete: Febels Übermalung der „Contrapunkte“. Es gab Ausflüge in Obertonreihen, klirrende Klangfarben, irritierende Störfaktoren, effektvolle Verdopplungen: aber Bach bleibt immer hörbar, ist Ausgangspunkt für Ideen, Assoziationen, Abschweifungen. Das ließ gelegentlich sogar an verjazzten Bach denken. „Kein Stein des Anstoßes“ signalisierte der herzliche Applaus für Febel und das fabelhafte Klavierduo.

Und Max Regers 100. Todestag 2016 hat man auch nicht vergessen. Aber so etwas gehört eben zu Ansbachs  Lernangebot. Neue künstlerische Impulse erweisen sich demgegenüber als nicht immer genug durchdacht. Aber der Intendant hat einen guten Überblick über die Terminpläne der aktuell interessanten Musiker. (Uwe Mitsching)

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