Kultur

Junger Spezialist für Kammermusik: Ab 2016 wird Clemens Schuldt Chefdirigent des MKO. (Foto: Felix Broede)

21.09.2015

Gemeinsam atmen

Der 32-jährige Clemens Schuldt wird Chefdirigent des Münchner Kammerorchesters

Clemens Schuldt wird neuer Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters (MKO). Der 32-jährige
gebürtige Bremer, der Alexander Liebreich nachfolgt, tritt sein Amt im Herbst 2016 an; sein
Vertrag läuft vorerst bis 2019.Das Münchner Kammerorchester wurde 1950 gegründeten, dem Ensemble gehören 28 festangestellten Streicher an, die mit einem festen Bläserstamm zusammenarbeiten; gefördert wird das MKO vom Freistaat Bayern, der Stadt München
und dem Bezirk Oberbayern), hinzu kommen Sponsoren.

„Am Ende eines langen und intensiven Findungsprozesses haben die Orchestermusiker
Clemens Schuldt mit beeindruckender Mehrheit zu ihrem neuen Chefdirigenten gewählt“,
sagt Michael Weiss vom Orchestervorstand. „In Werken von Mozart, Henze und Richard
Strauss haben wir Schuldt als einen Künstler von höchster Kompetenz und mit einem
brennenden Gestaltungswillen kennen gelernt, dessen genuin kammermusikalisches
Partiturverständnis der Arbeitsweise des Orchesters unmittelbar entgegenkommt. Wir
hatten dabei das Gefühl in Bereiche zu gelangen, in denen sich das gemeinsame Atmen von
Dirigent, Musikern und Publikum ereignen kann.“

Und der neue Chefdirigent kommentiert seine Wahl so: „Mit Neugier habe ich stets die
innovative Programmatik dieses Orchesters verfolgt und seinen energiegeladenen und
stilistisch vielseitigen Musizierstil bewundert. Als Musiker, der selbst im Kammerorchester
sozialisiert wurde, suche ich die Transparenz und Detailschärfe, die dieses Ensemble
auszeichnen. Nach zwei gemeinsamen Konzerten spüre ich eine enge Verwandtschaft mit
der Klangsprache des MKO und freue mich sehr auf sein aufgeschlossenes Publikum in
München.“

2010 machte Clemens Schuldt als Gewinner des Donatella Flick Dirigierwettbewerbs in London auf sich aufmerksam; er hat in Großbritannien mit Klangkörpern wie dem Philharmonia Orchestra, dem BBC National Orchestra of Wales und dem Scottish Chamber Orchestra gearbeitet. Ein Jahr lang war er
Assistant Conductor des London Symphony Orchestra, was ihm die Arbeit mit Dirigenten wie
Sir Colin Davis, Valery Gergiev und Sir Simon Rattle sowie die Leitung eigener Projekte mit
dem Orchester ermöglichte.

In Deutschland leitete er unter anderen das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, die Bamberger Symphoniker und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Regelmäßige Tourneen führen ihn nach Japan und Spanien.

Neben seiner Tätigkeit als Konzertdirigent nimmt die Arbeit an Opernhäusern einen zunehmend wichtigen Platz in Clemens Schuldts Kalender ein; so leitete er Produktionen in Gelsenkirchen, Mainz, Osnabrück und Innsbruck.

Schuldt studierte Violine an der Musikhochschule Düsseldorf; sein Dirigierstudium absolvierte er bei Rüdiger Bohn in Düsseldorf, bei Mark Stringer in Wien sowie Nicolás Pasquet in Weimar.

Beim Münchener Kammerorchester wird Clemens Schuldt in der ersten Saison drei, später
vier der insgesamt acht Abonnementkonzerte im Prinzregententheater dirigieren und
Abende in der Reihe der monographischen Porträtkonzerte in der Pinakothek der Moderne
sowie Kinder- und Sonderkonzerte betreuen. Ebenfalls geplant sind Gastspiele, Tourneen und gemeinsame Aufnahmen.

In Fragen der künstlerischen Planung wird dem Chefdirigenten ein vierköpfiges künstlerisches Gremium zur Seite stehen, dem zwei vom Orchester ernannte Musiker sowie die Geschäftsführung des MKO angehören. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 42 (2017)

Sollen Arbeitnehmer das Recht haben, auf eine 28-Stunden-Woche zu reduzieren?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter IG-Metall Bayern

(JA)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.