Kultur

Im Salon des Rosenberger Gutes erinnert ein Schattenriss an Stifter und seinen geliebten Hund Putzi.

20.03.2015

Idyllisches Dichter-Refugium

Das neue Adalbert Stifter-Museum im Rosenberger Gut ist einen Ausflug wert

Adalbert Stifter und der Wald: unter diesem Motto steht das seit September letzten Jahres bestehende Museum in Neureichenau am Fuß des Dreisesselberges im Dreiländereck, das dem Dichter und Maler des Bayerischen und Böhmerwaldes, Adalbert Stifter, gewidmet ist. Adalbert Stifter liebte diesen idyllischen Ort, zu dem er schon als junger Student von Oberplan, seiner Heimat aus dorthin wanderte, um im Rosenbergerhaus einzukehren.
Die Familie Rosenberger, vor allem Sohn Franz Xaver, war dem Dichter freundschaftlich verbunden und überließ ihm das sogenannte Ladenstöckl im Seitenflügel des Rosenberger Gutes als Ferienwohnung. Zwischen 1855 und 1866 nutzte der Dichter diese Möglichkeit, manchmal auch mit Frau und Ziehtochter Juliane, um die Ruhe zu genießen und ungestört zu arbeiten. Im Witiko hat er dem Rosenberger Gut ein Denkmal gesetzt.

Modern und zeitgemäß

In den Räumen des Ladenstöckls im Rosenberger Gut in Lackenhäuser wurde ein modernes und zeitgemäßes kleines Museum eingerichtet. In den barrierefreien Räumen des Erdgeschosses erfährt man die Geschichte der Familie Rosenberger, ein Infoterminal bietet einen kurzen Überblick über Stifters Leben. Im ersten Stock wird die Biografie Adalbert Stifters lebendig vermittelt. Man gewinnt tieferen Einblick in den Lebenslauf und die Arbeitsweise des Dichters ebenso wie in sein Verhältnis zu Frauen und seine berühmt-berüchtigten Schlemmergewohnheiten.
Das Ambiente des 1818 von Matthias Rosenberger erbauten Gutes (Rosenberger war mit nicht immer legalen Geschäften über die Grenze zu Wohlstand gekommen) lässt den Besucher auch heute noch erahnen, was der Dichter dort so liebte. Man kann sich aber auch gut die schiere Verzweiflung vorstellen, die Stifter packte, wenn im Winter der Schneesturm ums Haus pfiff und das Gut von der Welt abgetrennt war. Dazu läuft im Stifterkino (Obergeschoss) zum Beispiel Der Schneesturm, ein Film von Petra Morsbach mit Christoph Maltz als Adalbert Stifter.
Man wird informiert über den Dichter als Maler, wie er nicht jedem bekannt sein dürfte und bekommt einen beeindruckenden Überblick über Erstausgaben seiner Bücher. Eine Bibliothek bietet Platz zum Schmökern, für Lesungen und Vorträge. Die Infotexte und Audio-Guides sind tschechisch und deutsch.
(Ines Kohl)

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