Kultur

Für den Andachtsraum im Münchner Dominikuszentrum (Hildegard-von-Bingen-Anger) schuf Rudolf Bott ein Kreuz aus quadratischen Alabasterscheiben: Das durchscheinende Material korrespondiert bewusst mit Anna Leonies blau gefasster Ziegelhülle. (Foto: Michael Heinrich)

11.11.2011

Innovatives Design im Sakralraum

Verleihung des Gebhard-Fugel-Preises an Rudolf Bott

Was verbindet das Panorama der Passion Christi in Altötting aus den Jahren 1902/03 mit dem Tabernakel von St. Nikolaus in München-Neuried des Jahres 2008? Was verbindet den aus Oberschwaben gebürtigen Rundbildmaler Gebhard Fugel (Jahrgang 1863) mit dem fast 100 Jahre später (1956) in Stockstadt am Main geborenen Gold- und Silberschmied Rudolf Bott? Es sind zum einen die von Fugel mitbegründete Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst in München und zum anderen der von ihr seit 1979 in der Regel alle drei Jahre verliehene Gebhard-Fugel-Preis. Dieser dient laut Satzung zwar in erster Linie der Nachwuchsförderung. Mit ihm können aber auch einzelne Werke oder ein künstlerisches Gesamtœuvre aus den Bereichen der zeitgenössischen (christlich-sakralen) Malerei, Bildhauerei, angewandten Kunst und Architektur gewürdigt werden.
Letzteres trifft auf den diesjährigen Preisträger Rudolf Bott zu, der nach seiner Goldschmiedelehre ein Studium an der Zeichenakademie Hanau und an der Akademie der Bildenden Künste in München (Klasse von Hermann Jünger) absolvierte und heute in Neuburg an der Donau sein Atelier hat. Denn ein Nachwuchstalent ist sicherlich keiner mehr, der bereits so bedeutende Auszeichnungen wie den Danner-Ehrenpreis, den Bayerischen und den Hessischen Staatspreis, den Herbert-Hofmann-Preis und den Friedrich-Becker-Preis erhalten hat und von dem sich Werke in allen bekannten öffentlichen Sammlungen für Angewandte Kunst von Lausanne über München, Frankfurt und Hamburg bis London befinden. In der Verleihungsurkunde heißt es denn auch: „Mit dem Preis würdigt die Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst die international anerkannten Leistungen des Gold- und Silberschmieds“.

Besonders aber sollen mit dem Preis Botts „innovative Gestaltungen im sakralen Raum“ gewürdigt werden.In und um München beispielsweise sind solche in den Kapellen des Evangelisch-Lutherischen Kirchenamts und des Dominikuszentrums in der Nordheide oder in den Pfarrkirchen St. Martin in Moosach und eben St. Nikolaus in Neuried zu bewundern. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft anlässlich der Preisverleihung auch eine bebilderte Information herausgebracht, die zu den genannten liturgischen Ausstattungen Botts (vom Altar über Leuchter und Kreuz bis zur Hostienschale) hinführt.
Dagegen besteht die in der DG-Galerie gezeigte Begleitausstellung aus einer Installation des Künstlers, die in einer Art Werkstattatmosphäre einen Einblick in Entwurfsprozesse gibt.
(Lothar Altmann)
Bis 16. Dezember. Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, Wittelsbacherplatz 2, 80333 München.

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