Kultur

Mit Spannung wird verfolgt werden, für welches Gebot Ernst Ludwig Kirchners Gemälde "Zwei mit Katze spielende Mädchen" den Besitzer wechselt. der Schätzwert variiert zwischen 600 000 und 800 000 Euro. (Foto: Ketterer)

24.05.2013

Kennern entgeht nichts

Bayerns Kunstversteigerer erzielen Spitzenpreise – Im Juni startet die erste Auktionswoche München

München war und ist eine Drehscheibe für die Kunst. Und dabei mischen die zahlreichen Auktionshäuser kräftig mit. Innerhalb dieses Kreises hält nach wie vor der Moderne-Spezialist Robert Ketterer den Auktionatoren-Rekord: 2011 versteigerte er Hermann Max Pechsteins Gemälde Weib mit Inder auf Teppich (1910) für 3,5 Millionen Euro (inklusive Aufgeld) – bis heute Rekordpreis für diesen Künstler. Auch Katrin Stoll, Inhaberin des Auktionshauses Neumeister kann Sensationen vorweisen: Kürzlich erzielte das Haus mit Schwerpunkt Kunst des 19. Jahrhunderts 419 000 Euro mit Adolph Menzels Studie zum Opernball. Und bei bei Karl & Faber, vor allem für Kunst auf Papier bekannt, wurde gerade eine französische Zeichnung aus der Zeit um 1600 von geschätzten 3000 Euro auf 148 000 Euro hochgesteigert.
Anfang Juni werden Kunstsammler aus ganz Europa erneut nach München schauen. Die drei großen Münchner Auktionshäuser Karl & Faber sowie Ketterer Kunst und Neumeister bestreiten nämlich vom 6. bis 8. Juni ihre erst gemeinsame Auktionswoche für moderne und zeitgenössische Kunst: Parallele Veranstaltungen erhöhen bekanntlich die Attraktivität eines Marktplatzes.
Mit Ernst Ludwigs Kirchners Gemälde Zwei mit Katze spielende Mädchen (1907), das Ketterer auf 600 000 bis 800 000 Euro schätzt, mit einem sommerlichen Panorama des Städtchens Steckborn von Otto Dix bei Neumeister und einer großen Landschaft des Amerikaners Alex Katz bei Karl & Faber schickt man wieder international gefragte Kunst ins Rennen.
Die Auktionsszene in München bedient eine weltweite Sammlerschaft. Laut Rupert Keim, Geschäftsführer von Karl & Faber, kommen 45 Prozent der Kaufinteressenten aus dem Ausland. Bis nach Russland und den USA geht auch die Reichweite von Hermann Historica. Der Spezialist für Rüstungen, militärhistorische Objekte sowie fürstliche Memorabilien hat unlängst für 66 000 Euro ein Schwert aus der Schlacht von Castillon von 1453 veräußert, 50 000 Euro brachte eine rare Pulverflasche aus der Münchner Werkstatt Caspar Späts.
Zu den Traditionshäusern zählen der Münzspezialist Hirsch sowie das 1844 gegründete Auktionshaus Ruef, das Gemälde, Mobiliar und Volkskunst offeriert. Für Furore sorgte hier eine Tiroler Papierkrippe von 1836, die für 28 000 Euro einen neuen Liebhaber fand. Eine Adresse für Antiken und für historische Medaillen ist Gorny & Mosch, während Quittenbaum als einer der führenden Versteigerer von Design, Jugendstil und Murano Glas gilt. Im Frühjahr erst wurde der Armlehnsessel Chieftain des skandinavischen Kult-Designers Finn Juhl für 16 000 Euro (ohne Aufgeld) zugeschlagen.
Für wertvolle Bücher und Manuskripte sind die Häuser Ziska & Schauer sowie Hartung & Hartung weltweit bekannt. Mehr als eine halbe Millionen Euro war bei Hartung & Hartung etwa der Preis für eine Sammlung von 1000 teils illustrierten Künstlerbriefen von 1913 bis 1940 aus dem Besitz des Moderne-Sammlers und Mäzens Carl Hagemann. Und während der Allround-Versteigerer Hampel auf seinen Vorbesichtigungen mit dem Charme eines Einrichtungsmagazins lockt, kokettiert Nusser-Auktionen mit dem Potential einer Fundgrube. Kennern entgeht nichts: 52 000 Euro brachte bei Nusser das Gemälde Das Rathaus von Nördlingen des Münchner Biedermeiermalers Michael Neher. (Sabine Spindler)

Abbildung:

Pulverflaschen von Caspar Spät: Dafür zahlen Liebhaber auch fünfstellige Beträge. (Foto: Hermann Historica)

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