Kultur

Besonderes Augenmerk gilt der Turmzier von St. Michael. In die neue Zeitkapsel kommen neben Zeitgeschichtlichem Informationen zur derzeitigen Sanierung des Klosters, das unübsehbar zur Kulissse des Unesco-Welterbes der Bamberger Altstadt gehört. (Foto: Stadt Bamberg)

11.10.2017

Neue Zeitkapsel

Spannung bei der Abnahme der Turmbekrönung von St. Michael in Bamberg

Eines der größten Gerüste, das jemals in Bamberg aufgebaut wurde, steht derzeit weithin sichtbar am Michaelsberg. Ein Großteil der Fassaden an den Klostergebäuden ist durch Gerüst, Folie und Vernetzung derzeit nicht einsehbar. Die Einrüstung der Michaelskirche Außen und Innen ist bis auf einen kleinen Bereich im Abteigarten seit Wochen bereits fertiggestellt. Die mächtigen Gerüste an den Türmen steigen bis auf eine Höhe von etwa 65 Metern an. Die statische Instandsetzung der Kirche St. Michael verläuft im vorgesehenen knapp bemessenen Zeitplan.

Mit Fertigstellung der Turmgerüste wurden umgehend die Arbeiten an den Turmhelmen begonnen. Die Dacheindeckung beider Türme ist bereits abgenommen und mit ihr auch die Turmzier, bestehend aus vergoldetem Kreuz und Kugel.

Neben einer materialtechnischen Überarbeitung erhalten diese beiden Turmbekrönungen beim Wiederaufsetzen eine neue stabile Halterung auf den steilen Turmspitzen.

Die spannende Frage bei jeder Abnahme einer Bekrönung ist: Was befindet sich in der Kugel? Wurden bei vormaligen Sanierungen sogenannte „Zeitkapseln“ eingelegt, gefüllt mit  Münzen, Schriften, und manch abgebrochenem Pfeifenkopf eines Handwerkers? Mit Wiederaufsetzen der Turmzier wird in jedem Fall eine neue, aktuelle Zeitkapsel von Heute in die Kugel eingebracht. Neben einer aktuellen Tageszeitung, einem Satz der aktuellen Münzwährung und Informationen zur derzeitigen Sanierung des Klosters wird sicher auch Zeitgeschichtliches darin Platz finden. Diesmal wurde zudem, hoch oben in den Turmspitzen „Feierabendschiefer“ gefunden, auf denen sich die Handwerker vergangener Sanierungen über mehrere Jahrhunderte verewigt hatten.

In ein paar Tagen wird die Dachsanierung am Ostchor abgeschlossen sein, das Wetterschutzdach wird in diesem Bereich zurückgebaut und die neue Schiefereindeckung von der Stadt aus sichtbar. Auch die Arbeiten am Querschiffdach stehen kurz vor dem Abschluss. Über dem Langschiff der Kirche  wird derzeit, für die geplante Instandsetzung während der Wintermonate, das Wetterschutzdach aufgebaut.

Im Rahmen des Bundesprogramms “Nationale Projekte des Städtebaus- Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP)“ werden bis Ende 2018 weite Teile der ehemaligen Klosteranlage St. Michael restauriert. Sie gilt als eines der Wahrzeichen der dem UNESCO-Welterbe zugehörigen Altstadt von Bamberg.  Für die Pflege und den Erhalt des beeindruckenden Gebäudeensembles ist die Bürgerspitalstiftung Bamberg als Eigentümerin verantwortlich. (BSZ)

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