Kultur

"Mandela" verbreitet eine Botschaft, für die es in München Standing ovations gibt. (Foto: Deutsches Theater)

06.06.2014

Politische Gefühlsattacke

Das "Mandela"-Musical im Deutschen Theater München ist fern von einem Disney-Afrika

In Münchens Mulit-Kulti-Meile Schwanthaler Straße gaben gestern Abend die "Black People" den Ton an. Nicht nur, weil der südafrikanische Konsul da war, sondern wegen der ganzen Cape Town Opera und der deutschen Erstaufführung von Mandela-Trilogy im Deutschen Theater. Da kommt die Gefängnisinsel Robben Island in der Bucht von Kapstadt vor, Nelson Mandelas Heimat im Xhosa-Land südlich von Durban, das politische Zentrum Jo'burg und Mandelas Triumph in Kapstadt.

Drei Akte, drei Teile einer Biografie, zwei Komponisten für dieses Musical - besser: für diese Folk-Opera. Von Anfang an (die Uraufführung erfolgte zur Fußball-WM 2010) war das eigentlich ein Stück für die Südafrikaner, das Identität stiften sollte. Heute trägt es seine Botschaft „Freedom" in die Welt - dafür gab es Standing ovations auch vom Münchner Premierenpublikum.

Was die Kapstädter zeigen, ist keine "King Lion"- Bühnenartistik , sondern der gelungene Versuch, Politik, Jahrzehnte von Gefangenschaft, Repression, Agitation in ein Musical umzusetzen. Mit einer Menge dezenter Folklore, viel Gefühl und vor allem mit den großartigen, authentischen Darstellern (drei Mandela-Darsteller, am eindrucksvollsten Audrey Lodewyk). Besonders mit den umwerfenden Stimmen, auch des fulminanten Chors der Kapstädter Oper, gelingt die politische Gefühlsattacke nicht immer, aber zunehmend mitreißend und anrührend. Selten war einem der Mensch Mandela so nah wie in diesen Holzschnitt-Szenen.

Wenn Mandela erster Präsident wird, seine Rede auf der Grande Parade von Kapstadt hält, bricht die Handlung ab und lässt einen mit dem Heute von Südafrika allein. Kein Disney-Afrika, sondern eine authentisch hausgemachte Produktion mit Gänsehaut-Effekt. (Uwe Mitsching)

Bis 15. Juni. www.deutsches-theater.de

 

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