Kultur

Ein Ansbacher Komponist, der allmählich wiederentdeckt wird: John Christopher Smiths Oper auf Shakespeare kommt jetzt nach Franken. Sein Porträt malte Johann Zoffany. (Foto: wikimedia)

12.08.2015

Shakespeare-Rarität in Franken

Rarität in Franken: Shakespeare-Oper von Christopher Smith

„Sommernachtstraum“, das gibt’s bei diesem Wetter fast jede Nacht. Aber es gibt ihn natürlich auch als Komödie von Shakespeare, dazu die Musik von Mendelssohn Bartholdy, als wunderbares Ballett von John Neumeier. Kaum zu glauben, es gibt ihn jetzt sogar als „deutsche Erstaufführung“. Der berühmte Londoner Schauspieler David Garrick hat das Libretto dazu geschrieben und John Christopher Smith die Musik. Die Uraufführung war schon 1755 im London. Und jetzt kommt (nach einigen Arien-Kostproben 2014) die erste Oper auf Shakespeares Stück nach Franken.

Besonders deshalb, weil Smith (der Jüngere) ein  Sohn des Ansbacher „maishter Schmitt“ (1683 bis 1763) war, den sich G. F. Händel 1716 nach London geholt hatte. Händel wird überall auf der Welt gespielt - Smith ist das Spezialgebiet der „Musica Franconia“  und von Wolfgang Riedelbauch geworden.

Drei Mal gibt es nun „The Fairies“ (nicht zu verwechseln mit Purcells „Masque“) am kommenden Wochenende der „Internationalen Festtage Alter Musik“: am Freitag im DehnbergerHofTheater bei Lauf, am Samstag im markgräflichen Reithaus von Triesdorf  und zum Finale am Sonntag  in der NeuStadtHalle.

Es spielt die Sinfonietta Franconia, es tanzt das Ballettförderzentrum Nürnberg, die Regie führt Beat Wyrsch, der richtige Mann dafür seit seinen Pocket Opera Zeiten. Auf der Bühne stehen Riedelbauchs Lieblingssänger Corinna Schreiter, Jan Kobow oder Markus Simon, besonders interessant dürfte der Auftritt von Countertenor Yosemeh Adjei nach seinen  Erfolgen am Theater Regensburg werden.

"Empfindsame Arien, romantische Orchesterfarben, grazil tanzende Feen“, verspricht das Programm. Die Musica-Franconia-Leute sind auf Smith spezialisiert: seit den „Jahreszeiten“ oder dem „Verlorenen Paradies“ (auch auf CD). „Keine seiner Kompositionen scheint erhalten zu sein“, schrieb noch 1978 ein New Yorker Musiklexikon. Riedelbauch weiß es besser und spielt Smith jetzt mit dem dritten Stück. Und will  auch mit „Kammeropern“ weitermachen: nächstes Jahr mit „Annette und Lubin“ von Jean Paul Egide Martini zu dessen 200. Todestag – geboren in Freystadt zwischen Neumarkt und Roth, gestorben in Paris. (Uwe Mitsching)

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