Landtag

23.04.2010

Der lange Marsch durch die Präsidien

Grünen-Antrag zur Frauenförderung bei der Polizei abgelehnt

„Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall“: Mit diesem Sprichwort könnte man die Positionen von Grünen respektive CSU im Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes beschreiben: Thema: „20 Jahre Frauen bei der bayerischen Polizei: Chancengerechtigkeit herstellen!“ Dazu hatten die Grünen einen Antrag gestellt. Thomas Mütze (Grüne) findet es bedauerlich, dass es in Unterfranken mit Liliane Mathes lediglich eine Polizeipräsidentin in zehn Präsidien bayernweit gibt. Bernhard Seidenath (CSU) dagegen bewertet dies als eine gute Bilanz. Schließlich gebe es erst seit 20 Jahren überhaupt Frauen bei der Polizei. „Es werden noch mehr kommen“, zeigte sich Seidenath zuversichtlich. Gegenwärtig beträgt der Frauenanteil bei der Polizei 14 Prozent, bei der Kripo sind es 17 Prozent; nur 7 Prozent der Führungspersonen innerhalb der gesamten Polizei sind weiblich. Um dem entgegenzuwirken, haben die Grünen einen Sechs-Punkte-Katalog zusammengestellt: Jobsharing für Führungspositionen, Aufstieg auch bei Teilzeitarbeit, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Quotenregelung für Führungspositionen, mehr Schwangerschaftsvertretungen und Standards für die Gleichstellungsbeauftragten. „Die Betriebskinderkrippen haben auf den ersten Blick Charme“, kommentierte Seidenath die Forderungen. Allerdings müssten bei solchen Erwägungen die Kommunen als Geldgeber „mitgehen“. Betreuungsplätze direkt in den Dienststellen anzusiedeln, sei wiederum aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Auch wenn man generell eine Förderung von Frauen bei der Polizei befürworte, werde man den Grünen-Antrag wegen Unstimmigkeiten in Detailfragen ablehnen, erklärte Seidenath. Von Seiten der SPD ernteten die Grünen Zustimmung. An die Adresse der CSU richtete sich der stellvertretende Ausschussvorsitzende Stefan Schuster: „Eigentlich müsste dieser Vorschlag von der Union kommen. Schließlich fordert die Sozialministerin mehr Frauen in allen Bereichen.“ Die Freien Wähler wiederum enthielten sich. Man habe mit Polizeipräsidentin Liliane Mathes gesprochen. „Sie hält eine Quotenregelung für Führungspositionen nicht für sinnvoll“, sagte Günther Felbinger.

(Alexandra Kournioti)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 48 (2016)

Soll die Meisterpflicht wieder eingeführt werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 2. Dezember 2016 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Hans Michelbach, MdB und Vorsitzender der CSU-Mittelstands-Union

(JA)


Jonas Kuckuk, Vorstand im Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker, BUH e.V.

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2016

Nächster Erscheinungstermin:
25. November 2016

Weitere Infos unter Tel. 089/290142-65 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 27 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen
Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.