Landtag

Ein Shiva-Tempel in Bangalore. Das ist die Hauptstadt Ein Shiva-Tempel in Bangalore. Das ist die Hauptstadt des Bundesstaats Karnataka, einer Partnerregion des Freistaats Bayern. (Foto: DAPD)

16.03.2012

Ganeshas, Götter und Geschäfte

Europaausschuss: Gremium bilanziert einwöchige Informationsreise nach Indien – Hilfsorganisationen waren mit von der Partie

Delhi, Kalkutta und Bangalore waren die Stationen der einwöchigen Informationsreise, die die Mitglieder des Europaausschusses des Landtags nach Indien unternommen haben. Auch die entwicklungspolitischen Sprecher der Fraktionen sowie Vertreter der Hilfsorganisationen Misereor, Brot für die Welt und Indienhilfe Herrsching waren dabei. Beziehungen zwischen Bayern und dem südasiatischen Land gibt es allerdings schon länger: Der Freistaat hat eine Partnerschaft mit dem Bundesstaat Karnataka. Dort wurde im Jahr 2001 ein Verbindungsbüro eingerichtet.

"Bayern und Karnataka sind Powerregionen"

Die jüngsten Begegnungen bilanzierte die Ausschussvorsitzende Ursula Männle (CSU) positiv: „Indien wird in Zukunft mit Sicherheit eine noch größere Rolle in der Welt spielen. Es ist wichtig, dass Bayern hier gut vernetzt ist. Bayern und Karnataka sind dynamische Powerregionen“, sagte sie während einer Nachbesprechung im Landtag. Die Kooperation sei für beide Länder von großem Nutzen, und das in unterschiedlichen Bereichen: Wirtschaft, Informationstechnologie, Kultur, Film sowie bei der Zusammenarbeit auf Hochschulebene. Männle: „Besonders interessant sind die Überlegungen auf karnatakischer Seite zum Aufbau des deutschen Systems der beruflichen Bildung.
Mit dem Besuch sind auch neue Akzente gesetzt worden: Neben politischen und wirtschaftlichen Gesprächen wurden entwicklungspolitische Initiativen vorangetrieben. „Auf diese Weise entstehen Kontakte nicht nur zwischen Firmen, Hochschulen und der Legislative, sondern auch zwischen der Bevölkerung in beiden Ländern“, betonte Männle.
Etwas anderes hat Linus Förster (SPD) beeindruckt: „Ich finde es sehr wichtig, dass die Projekte, die wir gesehen haben und die vom Freistaat unterstützt werden, alle ,Hilfe zur Selbsthile’ sind – so dass irgendwann unsere Hilfe nicht mehr nötig sein wird und die Projekte von selbst getragen werden“.
Indien ist wie Deutschland ein föderaler Staat und steht als bevölkerungsreichste Demokratie der Welt vor großen Aufgaben. Insbesondere das Bildungs- und das Gesundheitswesen müssen nach einhelliger Meinung der bayerischen Delegation verbessert werden.
Neben angemessenem Wohnraum mangele es vor allem in den Slums an Strom- und Wasseranschlüssen. Außerdem müssten Frauenrechte besser durchgesetzt, Kinderarbeit eingedämmt und Straßenkindern ein Zuhause geschaffen werden. „Sie sind es wert, dass man sich um sie kümmert“, sagte Hermann Imhof (CSU). Christine Kamm (Grüne) wünscht sich eine intensivere Auseinandersetzung mit der Frage, was die bayerisch-indische Partnerschaft bewirke. Joachim Hanisch (Freie Wähler) plädiert dafür, bei künftigen Reisen mehr Teilnehmer aus Hilfsorganisationen mitzunehmen. Diese könnten dank ihrer Orts- und Menschenkenntnisse das Bündnis der beiden Länder „wirksamer mit Leben erfüllen“. Otto Bertermann (FDP) findet, sein Parteifreund und bayerischer Wirtschaftsminister Martin Zeil soll bei seiner nächsten Reise in das Schwellenland bayerische Mittelständler aus dem Bereich der Umwelttechnologie mitnehmen.
„Minister kommen und gehen, aber Partnerschaften bleiben“, erklärte Alexander Fonari vom Eine Welt Netzwerk Bayern. Ansonsten bewerten aber auch die Hilfsorganisationen die Indien-Reise positiv. Auch hätten sie deutlich mehr Aufmerksamkeit und Rückmeldungen als sonst aus der Politik-Elite bekommen. (David Lohmann)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 49 (2017)

Paragraf 219a: Soll das Werbeverbot für Abtreibungen abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 8. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Strohmayr, Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag

(JA)

Winfried Bausback (CSU), bayerischer Justizminister

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.