Landtag

Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sind im Freistaat in den letzten 15 Jahren um 165 Prozent gestiegen. (Foto: Getty)

11.07.2014

Gesundheitsmanager für Beamte

Ausschuss Öffentlicher Dienst: Vorstellung des Jahresberichts 2013 des Landespersonalausschusses

In der letzten Sitzung des Ausschusses Öffentlicher Dienst (ÖD) vor der Sommerpause wurde der Jahresbericht 2013 des Landespersonalausschusses (LPA) vorgestellt. „Für viele neugewählte Abgeordnete ist der LPA noch keine griffige Sache, aber wir hatten letztes Jahr viel mit ihm zu tun“, erklärt Ausschusschefin Ingrid Heckner (CSU) zu Beginn. Zu den Aufgaben des LPAs zählen die Durchführung der beamtenrechtlichen Vorschriften bei allen öffentlichen Dienstherren im Freistaat – vor allem bei Entscheidungen über die Einstellung.

Für das letzte Jahr konnte die LPA-Vorsitzende Sigrid Schütz-Heckl trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zu 2012 positive Zahlen für die Bewerber vermelden. So seien in der zweiten Qualifikationsebene 971 Anwärter in den Vorbereitungsdienst übernommen worden. „Die Zahl der Einstellungen des Jahres 2013 ist die zweithöchste Zahl überhaupt seit 2002“, freut sich Schütz-Heckl. In der dritten Qualifikationsebene wurden laut des Jahresberichts 991 Nachwuchskräfte übernommen.

An der Auswahlprüfung für den nichttechnischen Bereich haben 2013 insgesamt nur 13 300 Bewerber teilgenommen. „Ursächlich für das Absinken der Bewerberzahlen gegenüber dem Jahr 2011 dürfte unter anderem der doppelte Abiturjahrgang gewesen sein“, glaubt Schütz-Heckl. Zusätzlich habe auch die gute Wirtschaftslage in Bayern mit ihrem vermehrten Personalbedarf in der Privatwirtschaft zum Rückgang der Bewerberzahlen beigetragen.

Bei Menschen mit Behinderungen sind die Chancen größer, in den Vorbereitungsdienst übernommen zu werden. 2013 waren es insgesamt 43 von 162 schwerbehinderten Bewerbern. Komplizierter ist es bei Menschen mit Migrationshintergrund. Diese müssen die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen. „In der Praxis haben sich sowohl die Prüfung der Deutschkenntnisse als auch das gesamte übrige Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation als besonders aufwendig erwiesen“, erzählt Schütz-Heckl und spricht von erheblichen Kosten für die Bewerber.

Um das Auswahlverfahren für junge Bewerber insgesamt attraktiver zu gestalten, hat die LPA-Geschäftsstelle neben Messeauftritten spezielle Informationsveranstaltungen für Berufsberater bei den Arbeitsagenturen angeboten. „Außerdem wurden erstmals bayernweit Schulen direkt angeschrieben und gebeten, ihre Schüler über die beruflichen Möglichkeiten im ÖD zu informieren“, ergänzt Schütz-Heckl. Darüber hinaus sei der LPA-Internetauftritt für Smartphones und Tablets aufgerüstet worden.

Zwei weitere Themen, die der LPA-Vorsitzenden am Herzen lagen, waren Mitarbeiterführung und -gesundheit. „Innerhalb der Behörden – ebenso wie innerhalb der Unternehmen in der Wirtschaft – bestehen Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Bediensteten“, erläutert sie. Damit leistungsschwache Mitarbeiter besser werden, setze sich der LPA für eine offene Auseinandersetzung und zusätzliche Aus-, Fort- und Weiterbildungen ein. Um die in den letzten 15 Jahren um 165 Prozent gestiegenen Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen zu reduzieren, sollen sich kommunale und staatliche Behörden stärker der Gesundheit der Bediensteten annehmen. Schütz-Heckl empfiehlt aus diesem Grund Gesundheitstage, Beratungsangebote, Gesundheitsmanager oder spezielle Schulungen für Führungskräfte.

Heckner lobt in der anschließenden Aussprache vor allem die Werbemaßnahmen für die Nachwuchsgewinnung und die Schulungen für Führungskräfte. Verena Osgyan (Grüne) freut sich über die Etablierung einer Führungskultur und eines Gesundheitsmanagements. Stefan Schuster (SPD) sorgt sich hingegen um die rückläufigen Bewerberzahlen und die „erschreckenden“ Zahlen zu den psychischen Erkrankungen. Ausschussvize Günther Felbinger (Freie Wähler) fordert, die Krankheitsgründe genauer zu beleuchten, um die „explositionsartige Entwicklung“ zu stoppen. „Sonst“, warnt der Abgeordnete, „arbeiten die Menschen trotz Krankheit mit verminderter Arbeitskraft weiter.“ (David Lohmann)

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