Landtag

Eine überdurchschnittliche Arzneimittelkonzentration ist erstmals bei einer Untersuchung bei Georgensgmünd im September 2000 festgestellt worden. (Foto: dpa)

25.07.2014

Hohe Arzneimittel-Konzentration in der Fränkischen Rezat

Schriftliche Anfrage der Freien Wähler

Laut Peter Bauer (Freie Wähler) wurde Ansbach ausgewählt, um an einem Pilotprojekt zur Wasserreinigung von Arzneimittelrückständen teilzunehmen. Grund sei die überdurchschnittlich starke Belastung der Rezat mit potenziell gesundheitsschädlichen Stoffen. Der Abgeordnete wollte jetzt wissen, seit wann den Behörden die Verunreinigung des Quellflusses der Rednitz bekannt ist.

Das Umweltministerium schreibt in seiner Antwort, eine überdurchschnittliche Arzneimittelkonzentration sei erstmals bei einer Untersuchung bei Georgensgmünd im September 2000 festgestellt worden. „Zu erhöhten Werten kann es bei abflussschwachen Gewässern aufgrund der geringen Verdünnung des gereinigten Abwassers kommen.“ Aus diesem Grund sei die Probenahmestelle als weiteres Beispielgewässer in das Arzneimittelmonitoring-Programm des Landesamts für Umwelt (LfU) aufgenommen worden. „Das LfU führte darüber hinaus in den Jahren 2007, 2009 und 2011 im Rahmen der technischen Gewässeraufsicht an der Kläranlage Ansbach ein Wirkungsmonitoring mit Fischen durch“, ergänzt das Ministerium.

Das Ergebnis: Bei rund 22 Messungen wurden neun Arzneimittel-Metaboliten gefunden. „Die Untersuchungen ergaben vor allem 2011 im Kläranlagenablauf sowie in der Fränkischen Rezat unterhalb der Einleitung relativ hohe Konzentrationen der Arzneimittelwirkstoffe Diclofenac, Carbamazepin sowie Tramadol“, schreibt das Ressort von Marcel Huber (CSU). Eine erhöhte Konzentration sei insbesondere wegen der Grippewellen in den Wintermonaten zu erwarten. Ebenfalls häufig gemessen wurde der künstliche Süßstoff Acesulfam sowie die Korrosionsschutzmittelwirkstoffe Benzotriazol und Tolyltriazole.

„Viele Arzeimittelrückstände sind schlecht biologisch abbaubar und können mit den bisher üblichen Reinigungstechnologien nicht oder nur unvollständig aus dem Abwasser entfernt werden“, erklärt das Umweltministerium. Eine rechtliche Verpflichtung zur Errichtung einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe bestehe bisher aber nicht. Wenigstens sind laut eines Fachsprechers keine Gen-Veränderungen bei Fischen bekannt und die Anforderungen der Trinkwasserverordnung in den letzten Jahren konstant erfüllt worden. Immerhin soll jetzt zusammen mit einem kommunalen Kläranlagenbetreiber ein Pilotprojekt zur vierten Reinigungsstufe durchgeführt werden. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kommt das Verfahren schon länger auf freiwilliger Basis zum Einsatz.  (David Lohmann)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 32 (2017)

Soll man SUVs aus der Innenstadt verbannen?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 11. August 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag

(JA)


Manuel Pretzl, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion in München

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.