Landtag

Katharina Schulze. (Foto: BSZ)

20.09.2013

Im Turbogang ins Maximilianeum

Neu für die Grünen: Katharina Schulze aus München

Katharina Schulze von den Grünen musste lange warten: Wegen Computerproblemen konnten die Stimmen für den Münchner Bezirk Milbertshofen erst spät ausgezählt werden. „Das war ein Wahlkrimi mit Herzschlagfinale“, erzählt sie rückblickend. Am Anfang sei das Warten noch nicht so schlimm gewesen, aber zum Schluss habe sie sich nur noch mit dem Bundestagswahlkampf ablenken können. Drei Tage nach der Wahl stand das Ergebnis endlich fest: „Platz sieben trägt meinen Namen“, twitterte die erst 28-Jährige erleichtert. Da die Wähler ihr damit den Vorzug vor Martin Runge gaben, müssen sich die Grünen jetzt einen neuen Fraktionsvorsitzenden suchen.

Aufgewachsen ist Schulze in Herrsching am Ammersee. Nach dem Abitur in Gilching studierte sie Politikwissenschaft, Psychologie und Interkulturelle Kommunikation an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Spätestens nach dem Praktikum bei der Demokratischen Partei in Michigan (USA) war ihr politischer Ehrgeiz geweckt, weshalb sie nach ihrer Rückkehr der Grünen Jugend beitrat. Kurz darauf wurde sie mit nur 24 Jahren zur Vorsitzenden und nach nur einem Jahr zur Stadtvorsitzenden der Münchner Grünen gewählt. Einer der Gründe für die Turbo-Karriere sind ihr entschiedener Einsatz als Bündnissprecherin gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen und gegen die Olympiabewerbung der Stadt.

Im Maximilianeum möchte sich die zweitjüngste Landtagsabgeordnete jetzt besonders für die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre und den Kampf gegen die Klimakrise einsetzen. „Das Motto ‚Höher, schneller, weiter’ funktioniert nicht mehr“, sagt sie überzeugt. Schulze will deswegen ein neues Klimaschutzgesetz für Bayern vorantreiben. Wie die Grünen das in der Opposition machen wollen? „Man kann alles verändern, wenn man nur lange genug dafür kämpft“, erklärt die junge Frau. Sie sei schon oft als „Spinnerin“ bezeichnet worden und habe am Ende doch recht behalten. Was ihr aktuell viel größere Kopfschmerzen bereitet: Sie muss ihrem Doktorvater jetzt erklären, dass sie für ihre Promotion in den nächsten fünf Jahren wohl nur sehr wenig Zeit haben wird. (David Lohmann)

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