Landtag

Ausschließlich positive Energie soll ab 2012 im bayerischen Landtag herrschen. (Foto: dapd)

24.12.2010

Nur gute Energie aus der Steckdose

Landtag stellt ab 1. Januar 2012 auf Ökostrom um

Den Ausstoß von CO2 zu reduzieren, wird auf jedem Umweltgipfel weltweit zum obersten Ziel erklärt – zuletzt im mexikanischen Cancún. Die nationalen und regionalen Regierungen setzen dies unterschiedlich engagiert in die Tat um. Etliche von ihnen gehen allerdings in Sachen Umweltschutz nicht über Lippenbekenntnisse hinaus. Anders sieht es da im bayerischen Landtag aus: Er wird in nächster Zukunft kräftig zur CO2-Reduzierung beitragen. Ab 1. Januar 2012 wird das Parlament des Freistaats seine Energieversorgung nämlich komplett auf reinen Ökostrom umstellen. Diese Initiative beruht auf einer Entscheidung des Präsidiums, wie der Landtag mitteilt. Somit wird diese von allen fünf vertretenen Fraktionen getragen.


Knapp 1000 Tonnen weniger CO2-Ausstoß


Derzeit werde der jährliche Strombedarf des Landtags von zirka 3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr aus dem „üblichen nationalen Strommix“ zum Standardtarif bereitgestellt. Bislang beliefern die Münchner Stadtwerke das Abgeordneten-Haus mit dieser Kombination aus fossiler und atomarer Energie. Ende 2011 läuft der Vertrag mit dem oberbayerischen Anbieter aus. Die Umstellung auf reinen Ökostrom wird den Landtag nach eigener Aussage pro Jahr 10 994 Euro mehr kosten, als es bislang der Fall war.
Eine bewusste Entscheidung: „Mit dem Umstieg auf Ökostrom senkt der bayerische Landtag den CO2-Ausstoß pro Jahr um knapp 1000 Tonnen“, sagt Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). Das sei eine gewaltige Menge. Und: „Wir setzen damit ein klares Zeichen in Richtung Umwelt und nehmen unsere Vorbildrolle wahr, die wir als öffentliche Einrichtung haben.“ Neben dem Hauptgebäude sollen auch die fünf Außenstellen des Landtags ab 2012 ausschließlich mit dem „guten Strom“ versorgt werden: die Appartements der Abgeordneten, die Kinderkrippe des Landtags sowie ein Teil des Landtagsamtes, die sich alle in der Münchner Innenstadt befinden.
Liefern wird den Oköstrom die Hamburger Firma Lichtblick, weil sie laut Landtag das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat. Die Hanseaten versorgen bereits den Bundestag mit der grünen Energie aus der Steckdose. Insgesamt drei Firmen hätten Vorschläge für die Stromversorgung des Landtags unterbreitet. Die Lieferung sei europaweit ausgeschrieben gewesen.


Sanierungsabschnitte im Maximilianeum geplant


Die bevorstehende Strom-Umstellung ist nicht die einzige ökologische Initiative des Landtags. Seit Sommer 2008 arbeitet er mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu zusammen. Ziel der Kooperation: ein wirksames Energiemanagement bei Strom und Fernwärme. „Der Vertrag läuft bis Sommer 2011 – dann entscheidet das Präsidium, ob und wie das Konzept umgesetzt wird, das dann vorliegt“, teilt der Landtag mit.
Derzeit werde der Verbrauch überprüft, das ganze Haus kritisch durchleuchtet. Noch in diesem Monat wolle das Allgäuer Umweltzentrum einen Bericht mit Ergebnissen vorlegen und Vorschläge präsentieren.
Überdies sähen auch Fachleute des Hauses Einsparungspotenzial sowohl bei Strom als auch bei Fernwärme. Außerdem: Während beispielsweise in Senats- und Plenarsaal moderne Haustechnik installiert sei, existierten in anderen Teilen des Maximilianeums noch Anlagen aus den 1960er und 1970er Jahren. Wo es notwendig wäre, diese abzubauen, seien Sanierungsabschnitte geplant. (Alexandra Kournioti)

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