Landtag

Der Absatz des Unkrautmittels Glyphosat hat sich fast verdoppelt. (Foto: Getty)

26.09.2014

Spuren von Unkrautmittel in Getreide und Grundwasser

Schriftliche Anfrage von Ruth Müller (SPD)

Die Firma Monsanto vertreibt unter dem Markennamen „Roundup“ in über 130 Ländern eine Serie von Breitbandherbiziden, die vor allem in der Landwirtschaft verwendet werden. Sie enthalten neben Chemikalien auch das giftige Glyphosat. Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das Mittel zum globalen Amphibiensterben beiträgt. Ruth Müller (SPD) sorgt sich jetzt um „Roundup im Frühstücksbrot“. Die Abgeordnete wollte deswegen wissen, wie sich die Absatzmenge von Glyphosat seit dem Jahr 2003 entwickelt hat und wie die Staatsregierung den Einsatz des Mittels beurteilt.

Das Landwirtschaftsministerium betont, dass Behandlungen mit glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln innerhalb eines Jahres auf derselben Fläche nur maximal zweimal und im Abstand von mindestens 90 Tagen erlaubt seien. „Dabei dürfen nicht mehr als 3,6 Kilogramm Wirkstoff pro Hektar und Jahr ausgebracht werden“, erklärt ein Fachsprecher.
Eine Schädigung durch Glyphosat-behandeltes Getreide lässt sich auch nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ausschließen: Von 108 untersuchten Erzeugnissen enthielten nur drei Spuren von Glyphosat – Höchstgehaltsüberschreitungen seien dabei nicht festgestellt worden.

Das Risiko von Grundwasserkontamination hält das Ministerium zwar ebenfalls für gering. „Ungeachtet dessen wurde Glyphosat im Grundwasser in Bayern bei circa fünf Prozent der Messstellen nachgewiesen. Bei circa einem Prozent der Nachweise wird der Trinkwassergrenzwert beziehungsweise die Grundwasserqualitätsnummer der Europäischen Union von 0,1 Mikrogramm je Liter überschritten. In Fließgewässern gibt es häufiger Nachweise von Glyphosat (an kleinen Fließgewässern bei circa 60 Prozent der Messstellen). Der Glyphosat-Metabolit AMPA ist an 80 Prozent der Messtellen an kleinen Fließgewässern nachweisbar.“

Eine Ursache dafür dürften die steigenden Inlandsabsatzmengen sein. Lagen sie im Jahr 2003 noch bei 3496 Tonnen, steig die Zahl kontinuierlich auf 5981 Tonnen im Jahr 2012. Das Ministerium betont zwar, dass Glyphosat für Vögel, Säugetiere und Insekten nicht unmittelbar schädlich sei. Jedoch träfen Breitbandherbizide auf behandelten Kulturflächen auch Pflanzen, die Insekten als Nahrungsquelle dienen. „Damit kann auch für bestimmte Feldvogelarten wie zum Beispiuel das Rebhuhn die Nahrungsgrundlage beeinträchtigt werden“, räumt das Ressort von Helmut Brunner (CSU) ein. (David Lohmann)

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