Landtag

Alle Jahre wieder: Urlaubszeit ist auch Stauzeit. (Foto: DAPD)

03.08.2012

Stöhnen in der Blechlawine

Schriftliche Anfrage: Thomas Mütze (Grüne) hat sich über die „Dauer der Staus auf Autobahnen in Bayern“ informiert

Weil in mehreren Bundesländern Schulferien sind, gehen derzeit wieder vermehrt Staumeldungen über den Äther: Viele Familien stecken auf ihrem Weg mit dem Auto in den Urlaub in Blechlawinen fest. Wenn man Pech hat, vergehen Stunden, bis der Verkehr wieder fließt. „Wie hat sich (...) die Dauer der Staus auf den Autobahnen in Bayern entwickelt?“, hat der Abgeordnete Thomas Mütze (Grüne) das Innenministerium gefragt.
Die gute Meldung: „Die Gesamtstunden auf Autobahnen sind in den letzten Jahren zurückgegangen und haben sich von 2008 bis 2011 annähernd halbiert“, informiert das Innenministerium. In Zahlen sieht das so aus: Im Jahr 2008 sind bayernweit 18 200 Staustunden gezählt worden. Vergleichsweise nur 9508 Staustunden kamen im vergangenen Jahr zusammen.

Unfälle sind die häufigste Ursache für Staus

Als Staudauer gelte seit 2008 „die Zeit ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Aussendung einer Staumeldung durch die Verkehrsmeldestelle im Polizeipräsidium Oberbayern Süd bis zum Abmeldezeitpunkt“. In den Jahren zuvor ist laut dem Ressort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Anzahl der „Stauereignisse“ dokumentiert worden. Die waren in den vergangenen Jahren im Gegensatz zu den Staustunden steigend: Von 13 156 solchen Vorfällen im Jahr 2003 stiegen sie bis zum Jahr 2007 auf 16 416. Man bedenke: In diese Größen sind stockender Verkehr oder Staugefahr nicht eingeflossen. Die meisten Staus entstehen in Bayern wegen Unfällen: 3828 Staustunden hatten im Jahr 2011 diesen Grund. Weitere Ursachen sind Baustellen (1659 Stunden), defekte Fahrzeuge (653 Stunden) und sonstige Ursachen (3368 Stunden).
Ein Mittel, um gegen Staus vorzugehen, ist die temporäre Freigabe von Seitenstreifen. Mütze wollte wissen, auf wie vielen Kilometern bayerischer Autobahn die Maßnahme greift. „Derzeit gibt es auf rund 62 Richtungskilometern temporäre Seitenstreifenfreigaben. Auf rund 55 Richtungskilometern sind temporäre Seitenstreifenfreigaben derzeit in Bau“, lautet die ministeriale Antwort. Insgesamt umfasst das Autobahnnetz Bayerns 5006 Richtungskilometer.
Die verbreitete Annahme, dass es wegen freigegebener Seitenstreifen vermehrt zu Unfällen kommt, kann das Ressort nicht bestätigen. Schließlich werde das Entfallen des Standstreifens durch den „Umbau der Anschlussstellen und die Anlage von Nothaltebuchten“ kompensiert. Zudem werde in den betreffenden Bereichen das Tempolimit auf 100 beziehungsweise 120 Stundenkilometer begrenzt. Außerdem: „Der Seitenstreifen wird vor der Freigabe, beim Räumen und während der Freigabe von den Operatoren der Verkehrs- und Betriebszentralen in Nord- und Südbayern überwacht, so dass Gefahren beispielsweise durch ein liegengebliebenes Fahrzeug sofort erkannt und der Seitenstreifen wieder gesperrt werden kann.“
Überdies habe eine gezielte Auswertung der Streckenbeeinflussungsanlage A 73 bei Erlangen mit temporärer Standstreifennutzung ergeben, dass seit Inbetriebnahme der Anlage Anfang 2008 die Unfälle mit Personen- und Sachschäden um rund 50 Prozent zurückgegangen sind.
„Auf wie vielen Richtungskilometern wurden Verkehrsleitsysteme eingerichtet?“, fragte Mütze. Gegenwärtig gebe es rund 624 Richtungskilometer mit Streckenbeeinflussungsanlagen – beispielsweise die erwähnte Standstreifenfreigabe – und Stauwarnanlagen. Auf weiteren 97 Richtungskilometern würden solche Systeme gerade um- beziehungsweise neu gebaut. Für weitere 156 sind einschlägige Maßnahmen geplant. (Alexandra Kournioti)

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