Landtag

Judith Gerlach. (Foto: BSZ)

20.09.2013

Überrascht und überwältigt

Die Jüngste im Landtag: Judith Gerlach von der CSU

Judith Gerlach, 27 Jahre alt und frisch gebackene Juristin, kann es  kaum fassen: Sie hat eines der letzten Listenmandate der CSU ergattert. „Landtag – das war für mich bis vor zwei Stunden überhaupt kein Thema“, gibt die Aschaffenburgerin am Mittwochnachmittag unumwunden zu. „Darüber habe ich nicht eine Sekunde nachgedacht.“ Im Moment sei sie einfach überwältigt von den Gefühlen. „Und auch mit der Presse hatte ich noch nie etwas zu tun“, sagt sie und lacht.

Gerlach ist nicht nur eine der überraschendsten Gewinnerinnen  dieser Wahl. Sie ist auch die jüngste, die nun ins Maximilianeum einzieht. Damit hatte selbst in der Partei kaum einer gerechnet. Doch das Scheitern der FDP bescherte der unterfränkischen CSU ein Extramandat – und wirbelt die Lebensplanung der jungen Aschaffenburgerin nun kräftig durcheinander. Erst vor wenigen Monaten  hat sie in der Kanzlei ihres Vaters die Arbeit aufgenommen. „Ich weiß jetzt noch gar nicht, wie das alles weitergehen soll“, sagt Gerlach.

Der Unterstützung des Vaters kann sich die Jungpolitikerin allerdings sicher sein. Thomas Gerlach selbst ist CSU-Stadtrat. Er und vor allem der 2009 verstorbene Großvater Paul Gerlach, der 18 Jahre Jahre für die CSU im Bundestag saß, haben Judith Gerlachs Interesse für Politik geweckt. „Wir haben immer viel diskutiert“, erzählt sie. „Und waren dabei auch nicht immer einer Meinung.“ Manche „konservativen Ansichten der älteren Herrschaften“ gingen ihr gegen den Strich. Eine Alternative zur CSU gab es aber auch für sie nie.

Beim Thema Betreuungsgeld zum Beispiel ist die junge Frau voll auf Parteilinie. „Die Einführung ist ein Schritt in Richtung Wahlfreiheit“, sagt Gerlach, deren Aufmeksamkeit in der Politik der Jugend und jungen Familien gilt. „Ich will wieder mehr junge Menschen für die Politik begeistern“, erklärt sie.
Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass Gerlach selbst Parteifreunde bei einer Wahl überrascht: Bei der vergangenen Kommunalwahl wurde die stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Union  von Platz 38 der Liste auf Platz 21 vorgewählt. (Angelika Kahl)

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