Landtag

Die Freien Wähler setzen sich für eine Erhöhung der Sicherheit an Bahnübergängen in Bayern ein. (Foto: dpa)

30.07.2015

Unfälle an Bahnübergängen auf Fünf-Jahres-Hoch

Schriftliche Anfrage von Gabi Schmidt (Freie Wähler)

Erst letzte Woche übersah der Fahrer eines Geländelasters in Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Landkreis München) an einem unbeschrankten Bahnübergang eine S-Bahn. Ein Waggon wurde auf einer Länge von zwei Metern aufgeschlitzt, wobei vier Menschen schwer verletzt wurden. Gabi Schmidt (Freie Wähler) setzt sich nicht nur wegen dieses Unfalls für eine Erhöhung der Sicherheit an Bahnübergängen in Bayern ein. Sie hakte deshalb bei der Staatsregierung nach, wie viele Unfälle sich in den letzten fünf Jahren an Bahnübergängen ereigneten, und welche Maßnahmen dagegen unternommen werden.

Im Freistaat existieren insgesamt 2776 Bahnübergänge, schreibt das Verkehrsministerium. Davon seien 1019 mit Halbschranken, 225 mit Lichtzeichen, 197 mit Wärtern und 1335 ohne technische Sicherung ausgestattet. Besonders viele davon stehen in Niederbayern, wo 266 von insgesamt 290 Bahnübergängen ungesichert sind. Wie viele davon in den kommenden Jahren entfernt werden, kann das Ministerium nicht sagen: „Soweit es sich um Bahnübergänge mit Straßen und Wegen in kommunaler Baulast handelt, erlangt die Staatsregierung nur in Ausnahmefällen Kenntnis über geplante Maßnahmen.“

In Niederbayern sind 266 von 290 Bahnübergängen ungesichert

Laut Polizeistatistik ereigneten sich im Jahr 2010 „nur“ 46 Unfälle an Bahnübergängen. Zwei Jahre später waren es bereits 58 und letztes Jahr sogar 60 Unfälle mit Beteiligung von Schienenfahrzeugen. In den Gemeinden Schnaittach, Breitenbrunn und Neuendettelsau ereigneten sich in den letzten fünf Jahren sogar drei Unfälle an demselben Bahnübergang. Häufigste Ursachen waren Missachtung der Vorfahrt, überhöhte Geschwindigkeit oder Nichtbeachtung des Rotlichts. Allein letztes Jahr entstand dadurch ein Schaden von 2,5 Millionen Euro – 41 850 Euro je Unfall.

An welchen Bahnübergängen die technische Sicherung ausgebaut werden soll, ist dem Ressort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nicht umfassend bekannt. „Nach Angaben der Deutschen Bahn gibt es an vielen Stellen im Streckennetz Überlegungen beziehungsweise Planungen hinsichtlich der Errichtung oder Änderung von technisch gesicherten Bahnübergängen in sehr unterschiedlichen Stadien.“ Für die Kosten kommen auf öffentlichen Straßen zu je einem Drittel die Bahn, der Freistaat und der Bund auf. Auch nicht bundeseigene Eisenbahnen können Fördermittel erhalten. Die Höhe hänge allerdings von den „verfügbaren Haushaltsmitteln“ und der „finanziellen Leistungsfähigkeit des Antragsstellers“ ab. (David Lohmann)

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Kommentare (1)

  1. Christa am 19.08.2015
    Auch eine Folge der Privatisierung!!! Der Staat hat das so gewollt.

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