Leben in Bayern

Jede Menge Müll: Trennen lohnt sich, (Foto: dpa)

26.12.2017

Acht Irrtümer über Mülltrennung

Geschenkverpackungen und leere Flaschen - gerade über die Feiertage fällt viel Müll an. Über die Mülltrennung kursieren jedoch viele Gerüchte

Warum sollte man Müll trennen, wenn in der Verbrennungsanlage alles wieder zusammengekippt wird? Sortiermaschinen trennen doch sowieso viel genauer als Menschen - oder? Acht Irrtümer zum Thema Mülltrennung.

Irrtum 1: Altpapier wird in der Verbrennungsanlage mit Restmüll gemischt.
"Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen Altpapier in der Müllverbrennung gezielt zugegeben wird. Aufgrund des Marktwertes von Altpapier wäre das auch unökonomisch", heißt es dazu vom Landesamt für Umwelt in Bayern. Altpapier ist nämlich bares Geld wert. Drei Viertel des in Deutschland produzierten Papiers wurden 2015 laut Umweltbundesamt aus Altpapier hergestellt. Was der kommunale Abfallservice mit dem Verkauf von Altpapier verdient, geht beispielsweise in München wieder in den Gebührenhaushalt. Sammelt eine Kommune viel Altpapier, kann das daher die Müllgebühren senken.

Irrtum 2: Ich brauche meinen Müll nicht trennen, Sortieranlagen sortieren sowieso besser als Menschen.
Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe sagt: Die Getrenntsammlung, wie wir sie in Deutschland kennen, sei extrem wichtig. Je sortenreiner getrennt werde, desto qualitativ hochwertiger sei das Recycling möglich. Wenn man etwa Bio-Abfälle mit Kunststoff-Abfällen mische, nehme der Kunststoff deren Aromen und Gerüche auf, so dass man mit dem Material nichts mehr anfangen könne.

Irrtum 3: Wer seinen Plastikmüll nicht von Essensresten säubert, kann das Trennen auch gleich lassen.
Verpackungen und Plastik lassen sich besonders gut recyceln, wenn sie sauber sind. Dennoch rät unter anderem das bayerische Landesamt für Umwelt davon ab, beispielsweise Joghurtbecher mit Trinkwasser auszuspülen und damit Wasser zu verschwenden. Es reiche, den Joghurtbecher "löffelrein" in den Abfall zu geben - auch wenn bei längerer Lagerung in der Wohnung der Abfall dann ein wenig müffeln kann.

Irrtum 4: In den Gelben Sack gehören ausschließlich Verpackungen mit dem "Grünen Punkt".
Was in den Gelben Sack gehört und was nicht, bestimmt schon lange nicht mehr nur der "Grüne Punkt". Er ist inzwischen nur noch eines von etwa zehn Dualen Systemen in Deutschland. Seitdem gilt: Alle Verkaufsverpackungen aus Kunststoff gehören in den Gelben Sack und nicht nur die, auf denen ein "Grüner Punkt" ist.

Irrtum 5: Mülltrennung wird eh nicht kontrolliert.
Tatsächlich achten die meisten Müllabfuhren darauf, ob der Müll in der richtigen Tonne gelandet ist. "Es kann vorkommen, dass ein Infozettel auf der Tonne angebracht wird. Im schlimmsten Fall wird die Tonne nicht geleert", heißt es vom bayerischen Landesamt für Umwelt. Geldbußen gibt es aber keine.

Irrtum 6: Alle Pfandflaschen aus Plastik werden wiederbefüllt.
Nicht jede Getränkeflasche aus Plastik, für die es Pfand gibt, ist eine Mehrwegflasche und wird mehrmals befüllt. Die meisten Plastik-Getränkeflaschen sind Einweg - das heißt, sie werden nach einmaliger Nutzung zerkleinert. Neue Plastikflaschen bestehen nur zu einem kleinen Teil aus recycelten Plastikflaschen, weil das Material sonst zu trüb würde. Für die Herstellung der Flaschen ist viel Rohöl nötig. Der überwiegende Plastik-Müll aus Getränkeflaschen wird zu Transportbändern weiterverarbeitet oder zu Textilien.

Irrtum 7: Verschiedenfarbiges Glas muss man nicht trennen, weil bei der Leerung die Abfallentsorger sowieso alles in den gleichen Laster schütten.
Braun-, Grün-, und Weißglas - die verschiedenen Glascontainer werden tatsächlich häufig in den gleichen Laster entleert. Allerdings sind in den Wagen laut dem Landesamt für Umwelt in der Regel getrennte Mehrkammersysteme. Die Farben bleiben also auch im Laster getrennt. Von außen ist das nur nicht erkennbar. Grundsätzlich ist Glas der Stoff, der am besten zu recyceln ist. Besonders gut geht das, wenn die Flaschen nach Farben getrennt sind.

Irrtum 8: Biomüll ist zu nichts mehr gut.
Aus organischen Abfällen lässt sich unter anderem Energie erzeugen. In einer Bananenschale beispielsweise steckt genügend Energie, um eine Lampe etwa eine halbe Stunde lang leuchten zu lassen. Nötig zum Sammeln ist nur ein kleiner, geruchsdichter Sammelbehälter, den man mit Zeitungspapier auslegt. In sogenannten Vergärungsanlagen verfault der Müll und Biogase entstehen. Aus denen kann dann Strom gewonnen werden.
(Catherine Simon und Luisa Hofmeier, dpa)

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