Leben in Bayern

13.07.2017

In Aschaffenburg schlagen die meisten Blitze ein

Nirgendwo sonst blitzt und knallt es mehr: Aschaffenburg ist die Stadt in Deutschland, in der 2016 die meisten Blitze eingeschlagen haben

Wenn Gewitter über Deutschland ziehen, scheint eine Stadt in Bayern die Blitzeinschläge magisch anzuziehen: In Aschaffenburg haben im vergangenen Jahr die meisten Blitze den Boden erreicht. Nach einer Auswertung des Blitz-Informationsdienstes von Siemens schlugen 3,8 Blitze pro Quadratkilometer in der unterfränkischen Stadt ein.

Keine andere Stadt in Deutschland hatte demzufolge eine höhere Blitzdichte. Lediglich der Landkreis Wesel in Nordrhein-Westfalen kommt auf mehr Blitze auf einer Fläche von 1000 mal 1000 Metern; dort schlugen im vergangenen Jahr 4,1 Blitze ein. Insgesamt waren es in Aschaffenburg auf einer Fläche von 62 Quadratkilometern 238 Blitze.

Die Feuerwehr in Aschaffenburg zeigte sich überrascht. "Ich kann nicht sagen, dass wir wegen gehäufter Blitzeinschläge übermäßig viele Einsätze hätten. Da ist mir im Stadtgebiet nichts aufgefallen", sagte Ralf Braun von der Integrierten Leitstelle. Die Stadt habe auch nicht unbedingt mehr Kirchtürme als andere Kommunen in Bayern. "Wir sind zwar katholisch, aber die Anzahl der Kirchen ist nicht außergewöhnlich hoch", sagte Braun dazu.

Die Feuerwehr ist überrascht - sie hat nicht mehr zu tun

Im Langzeitvergleich liegt übrigens auch Bayern vorn: Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1999 schlugen in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen (4,2 Einschläge pro Quadratkilometer) und Berchtesgadener Land (3,8) die meisten Blitze ein.

Der Blitz-Informationsdienst zählt deutschlandweit alle Blitze - sowohl die in den Wolken als auch die, die die Erde berühren. Insgesamt schlugen im vergangenen Jahr demzufolge 431 644 Blitze in Deutschland ein. Gemessen wird das mit Antennen, die das elektromagnetische Signal eines jeden Blitzes wahrnehmen. Damit könne Siemens den Einschlagsort auf weniger als 100 Meter genau bestimmen.

Diese Daten sind beispielsweise wichtig für Versicherungen, die Unwetterschäden bezahlen sollen. Im Jahr 2015 haben die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer 220 Millionen Euro nach Blitzschäden ausgezahlt. Auch für Vorhersagen sind die Daten wichtig. Deshalb zählen auch Energieversorger, Industriebetriebe, Freizeitparks, Golfplätze oder Konzertveranstalter zu den Kunden.
(dpa)

INFO: Warum blitzt es?
Was gehört zu einem richtigen Gewitter? Wolken, Regen, Blitz und Donner - klar. Aber wie kommt es dazu? Gewitter entstehen, wenn warme und feuchte Luftmassen zusammenströmen, in kältere Schichten aufsteigen und eine Wolke bilden. Durch Reibung laden sich Wasser- und Eisteilchen in der Gewitterwolke elektrisch auf.

Während sich die Eispartikel im kalten oberen Teil der Wolke positiv aufladen, reichert sich die negative Ladung in den Wassertropfen an der Wolkenunterseite an. Das immer stärker werdende elektrische Spannungsfeld entlädt sich schließlich - mit einem Kurzschluss vergleichbar - in einem Blitz. Meist innerhalb der Gewitterwolken. Unter einer Gewitterwolke sammelt sich positive elektrische Ladung aber auch am Boden an.

Schlägt ein Blitz auf der Erde ein, kann das gefährliche Folgen für den Menschen haben: Es drohen Verbrennungen, Knochenbrüche oder gar der Tod. Der Extremfall ist aber selten: Bei Hunderttausenden Blitzen, die alljährlich hierzulande einschlagen, kommt es im Durchschnitt zu drei bis vier Todesfällen.

Pro Stunde gibt es auf unserem Planeten etwa 2000 Gewitter, die meisten davon in den Tropen. Nirgends blitzt es häufiger als in Zentralafrika. Der Juni ist der gewitterreichste Monat hierzulande.

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