Leben in Bayern

In Bamberg wird besonders viel Strom verbraucht. (Foto: dpa)

19.02.2014

Bamberg: Hauptstadt der Stromverschwender

Die Bürger der fränkischen Stadt verbrauchten laut einer Studie mit 2235 kWh im Jahr 2013 satte 21,8 Prozent mehr als der deutsche Durchschnitts-Einwohner

Die Deutschen haben 2013 nur unwesentlich weniger Strom verbraucht als 2012 - trotz der seit dem Jahr 2013 beschlossenen schärferen EU-Richtlinien zu noch sparsameren Elektrogeräten und Glühlampen. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen 120-Städte-Studie des Versicherungs- und Energieportals preisvergleich.de. Demnach lag der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf im Jahres-Durchschnitt 2013 bei 1836 kWh Strom. Im Jahr 2012 waren es 1858 kWh. Doch es gibt von Bundesland zu Bundesland und auch von Stadt zu Stadt gravierende Unterschiede:

Auffallend sind nach wie vor die deutlichen Energie-Verbraucher-Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Städten. So liegt der Pro-Kopf-Verbrauch der Privathaushalte in den 120 untersuchten deutschen Städten im Osten bei durchschnittlich 1614 kWh, im Westen bei 1885 kWh pro Jahr. Für die Studie wurden stichprobenartig 120 000 Strom-Verträge, die 2012 und 2013 online abgeschlossen, analysiert.

Fakt ist: Aus Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland kommen die größten Stromverschwender-Städte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von über 2105 kWh. Spitzenreiter Bamberg verbrauchte pro Kopf entsprechend der Studie 2235 kWh, Regensburg 2183 KWh, Osnabrück 2180 kWh und Aachen 2147 kWh. Auffallend: In den neuen Bundesländern liegt keine einzige der Stromverschwender-Städte. Im Gegenteil: Die Bürger von Magdeburg (1515 kWh), Dresden (1463 kWh), Neubrandenburg (1421 kWh) und Erfurt (1394 kWh) zeigen sich in der umfangreichen Stromverbrauchsauswertung als ausgesprochene Stromsparer.

Bayeriche Stromverschwender


Weitere Ergebnisse: In 17 der 120 Städte im Test leben Stromverschwender. So verbrauchen die Bürger in Bamberg mit 2235 kWh satte 21,8 Prozent mehr Strom als der deutsche Durchschnitts-Einwohner (1836 kWh) und sind somit Spitzenreiter der Gruppe der Stromverschwender. Legt man einen durchschnittlichen Strompreis von rund 20 Cent pro Kilowattstunde zu Grunde, zahlen die Bamberger etwa 80 Euro mehr im Jahr als der Bundesdurchschnitt – allein durch den erhöhten Verbrauch sogar 177 Euro mehr als in der Stromsparer-Hochburg Schwerin (1350 kWh).

Doch gibt es bei den bayerischen Stromverbrauchern auch Spar-Lichtblicke: So konnten die Passauer im Vergleich zu 2012 ihren Stromverbrauch um fast 10 Prozent senken. Ebenfalls erfreulich: In Aschaffenburg und Fürth ging der Stromverbrauch im Schnitt um 4,1 Prozent, beziehungsweise 3,8 Prozent zurück.

Mehr Geld im Portemonnaie, mehr Stromverbrauch?


Ob die Einkommensverhältnisse einen Einfluss auf den Stromverbrauch haben, ist nicht eindeutig zu beantworten. Zwar liegt in der Gruppe der Stromverschwender-Städte das Einkommen etwas höher, als in der Gruppe der Stromsparer. Allerdings haben die Einwohner in den Stromverschwender-Städten mit 22 500 Euro brutto pro Jahr nur wenig mehr zu Verfügung als der Schnitt der Stromsparer-Städte mit „nur“ 21 200 Euro. Gleichzeitig gehören einige der Städte mit den höchsten Einkommen, wie Hamburg (28 819 Euro), München (32 243 Euro) und Stuttgart (26 176 Euro) zur Gruppe der Normalverbraucher.

Jedoch findet sich Ingolstadt mit einem Einkommensdurchschnitt von 26 237 Euro, wie auch Freiburg im Breisgau, Ulm oder Worms, sogar unter den Stromsparern. Ein höheres Einkommen führt also nicht grundsätzlich zu höherem Stromverbrauch.


Im Ländervergleich ist allerdings nicht Bayern der größte Stromverschwender: Den größten Stromverbrauchs-Anstieg verzeichnete preisvergleich.de in Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 256 kWh. Dies bedeutet immerhin rund 50 Euro Mehrkosten für die Endverbraucher.  (BSZ)

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