Leben in Bayern

Bayerische Gebirgsschützen: Am Patronatstag, immer am ersten Mai-Sonntag, versammeln sie sich, um einen Gottesdienst zu feiern. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby)

02.03.2016

Brauchtum, Sport und Jagd

Die BSZ erklärt die umstrittene Welt der Freizeitwaffen: Was reizt Menschen am Schießsport?

Sie müssen sich zwar gegen etliche Vorurteile wehren, dennoch stellen die Mitglieder des Deutschen Schützenbundes einen der größten deutschen Sportverbände. Von Freitag bis Montag (4. bis 7. März) treffen sich einige von ihnen auf der weltgrößten Fachmesse für Jagd und Schießsport, der IWA Outdoor Classics in Nürnberg. Dort präsentieren 1460 Aussteller auch Jagd- und Sportwaffen.

Wie viele Sportschützen gibt es in Deutschland?
Im Deutschen Schützenbund (DSB) sind rund 1,4 Millionen Schützen organisiert, darunter auch Bogen- oder Armbrustschützen.

Wie viele Waffen gibt es in Deutschland?
Im Nationalen Waffenregister waren Anfang 2015 rund 5,8 Millionen legale Waffen gespeichert, die sich in Privatbesitz oder im Besitz von Vereinen befanden. Bei 1,45 Millionen Waffenbesitzern in der Bundesrepublik besitzt im Schnitt jeder von ihnen etwa vier Waffen.

Wo ist der Schießsport besonders verbreitet?
Hochgehalten wird das Brauchtum vor allem in Niedersachsen und Bayern. In der ehemaligen DDR war der Schießsport verboten, daher ist das Schützentum dort weniger stark verbreitet.

Welche Disziplinen gibt es?

Neben den bekannten olympischen Disziplinen Gewehr, Pistole, Flinte und Bogen betreut der DSB auch die Sportarten Laufende Scheibe, Vorderlader, Feldbogen, Armbrust und Sommerbiathlon.

Was sind die Motive, um Sportschütze zu werden?
Laut Jürgen Kohlheim, dem Vizepräsidenten des Deutschen Schützenbundes, sind die Motivationen für den Schützensport abhängig vom Lebensumfeld und der Wohnlage. "Im dörflichen Bereich kommt es oft durch die Bindung an die Nachbarschaft dazu, dass man sich dem Schützenverein zuwendet. Im städtischen Gebiet, wo die Konkurrenz an Sportangeboten viel größer ist, spielen andere Motive eine Rolle." Die Faszination des Sports mache aus, "sich auf etwas Bestimmtes konzentrieren zu müssen", es mehr als "Hin- und Herhüpfen". Der sportliche Faktor werde unterschätzt, glaubt der Schießsport-Experte: Man brauche einen durchtrainierten Körper, um Waffen gut zu bedienen.

Gibt es Nachwuchsprobleme?
Die Mitgliederzahlen sind - wie bei vielen anderen Sportvereinen auch - rückläufig. Außerdem hat der Schießsport mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen: Das Schießen mit einer Luftdruckwaffe ist erst von 12 Jahren an erlaubt. Zu diesem Zeitpunkt sind viele Jugendliche schon in anderen Sportarten verankert.

Ist für den Waffenbesitz ein Gutachten erforderlich?
Nach dem Amoklauf von Winnenden hat das Bundeskabinett 2009 ein schärferes Waffenrecht beschlossen, das auch strengere Regeln für Sportschützen vorsieht. Wie Jägern und allen anderen Privatpersonen ist auch Sportschützen der Waffenbesitz nur nach sorgfältiger Prüfung erlaubt. Schusswaffen mit größerem Kaliber darf nur erwerben, wer mindestens 21 Jahre alt ist. Ein Sportschütze muss sich vor dem Kauf der ersten Waffe vom Schießsportverband bescheinigen lassen, dass er mindestens ein Jahr lang in einem Verein trainiert hat und die Waffe für eine bestimmte anerkannte Schießsportdisziplin braucht. (Teresa Tropf, dpa)

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