Politik

Verdi-Chef Frank Bsirske berät sich mit der Gewerkschaftsführung heute über das weitere Vorgehen im Kita-Tarifstreit. (Foto: dpa)

11.08.2015

Bayern steuert auf neuen Kita-Streik zu

Das Ergebnis der Schlichtung hatte die Mehrheit der Verdi-Mitglieder abgelehnt. Die Arbeitgeber aber wollen nicht mehr nachlegen

Im Kita-Tarifstreit mit den Kommunen will die Bundestarifkommission von Verdi heute in Frankfurt am Main über das weitere Vorgehen beraten. Fast 70 Prozent der betroffenen Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft hatten in einer Befragung die Schlichtungsempfehlung von Ende Juni abgelehnt. Sie sah zwischen 2 und 4,5 Prozent mehr Geld für Erzieher und Sozialarbeiter vor, die Gewerkschaften hatten etwa 10 Prozent gefordert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wies die Forderung nach Zugeständnissen zurück. Neue Streiks in den Kindertagesstätten rückten damit immer näher. Die nächsten Verhandlungen sind an diesem Donnerstag (13. August) in Offenbach geplant. 

Nach der Ablehnung des Kompromissangebots durch die Mehrheit der betroffenen Gewerkschaftsmitglieder hatte Verdi-Chef Frank Bsirske die Schlichtung für die rund 240 000 Beschäftigten für gescheitert erklärt. Er werde der Tarifkommission eine entsprechende Empfehlung vorlegen. Falls die Arbeitgeber nicht nachlegen, will er die Streiks wieder aufnehmen. Bsirske setzt dabei auf unberechenbarere und noch "spürbar einschneidendere Streikformen". Das kündigte der Gewerkschaftschef am Montag in Düsseldorf an. Falls es dazu komme, würden die Streiks voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte fortgesetzt. "Aber nicht einfach mit Dauerstreiks." Wenn die Arbeitgeber nicht einlenkten, müsse es "mehr Stress" geben, sagte Bsirske.

Warnung an Verdi, das Fass nicht zum Überlaufen zu bringen

Der Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Landkreistag, Hans-Günter Henneke, warnte Verdi. "Ein erneuter Streik würde das Fass zum Überlaufen bringen, aus gewerkschaftspolitischen Motiven gesellschaftliche Realitäten verkennen und die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen überschätzen", sagte Henneke der "Rheinischen Post".

"Hier wird eine Tarifauseinandersetzung auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen, die bereits während des ersten Streiks über Gebühr strapaziert worden sind", fügte der Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbands der Landkreise hinzu. Niemand bestreite, dass die Erzieherinnen eine verantwortungsvolle Aufgabe "für uns alle erfüllen", die auch angemessen honoriert werden müsse. "Dem wird aber durch den Vorschlag der Schlichter Rechnung getragen", sagte Henneke. (dpa)

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Kommentare (1)

  1. Renate am 11.08.2015
    Richtig so.
    Nur gut, dass das Bahnergebnis noch viel
    schlechter ausgefallen ist!!

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