Politik

Bayerns Polizisten werden künftig in blau für Recht und Ordnung sorgen. (Foto: dpa)

25.03.2015

Bayerns Polizei wird blau

Auch der Freistaat will sich dem Rest der Republik anpassen

Bayerns Polizisten werden künftig in blau für Recht und Ordnung sorgen. Die bisherigen grünen Uniformen werden ab Ende 2016 durch blaue nach österreichischem Schnitt abgelöst. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte heute im Innenausschuss des Landtags das Ergebnis einer Abstimmung vor, an der sich mehr als 23.000 der gut 27.700 uniformierten Polizisten beteiligt hatten.
Das Ergebnis: Eine große Mehrheit von 68 Prozent folgte dem nationalen und internationalen Trend und votierte für blau. "Das Ergebnis ist wirklich sehr klar", sagte Herrmann. Bayern ist das letzte Bundesland, in dem die Polizei noch grün gekleidet ist. International ist blau ohnehin die häufigste Polizeifarbe. 
Die neue bayerische Uniformfarbe war bis zuletzt Geheimsache: Auch wenn alle Zeichen auf blau deuteten, war es Herrmann doch gelungen, das Ergebnis der Abstimmung bis zu seinem Bericht im Landtag unter Verschluss zu halten.
Abgesehen von den modischen Aspekten bemängelten viele Polizisten die Stoffqualität und die fehlende Atmungsaktivität. Und außerdem soll die neue Uniform frauenfreundlicher sein als das bisherige Modell. Herrmann hob hervor, dass die Polizistinnen mit noch etwas größerer Mehrheit von 69 Prozent für die neue Farbe votierten als die männlichen Kollegen: "Es geht gerade darum, dass die Damen sich mit der neuen Uniform identifizieren. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn der Frauenanteil wächst in der bayerischen Polizei." 
Die Gesamtkosten werden auf 33 Millionen Euro geschätzt. Neben den Polizisten werden auch die Justizbeamten blaue Uniformen bekommen, so dass insgesamt 33.000 Staatsdiener neu eingekleidet werden müssen. "Das ist schon eine Mammutaufgabe", sagte der Innenminister. 
Die Abgeordneten bewerteten das Votum der Polizisten positiv. "Als ehemaliger Luftwaffenangehöriger bin ich mit der Farbe vertraut", sagte der SPD-Abgeordnete Paul Wengert. Die bisherigen Uniformen waren ohnehin nicht bei allen Polizisten sonderlich beliebt, wie der CSU-Abgeordnete Manfred Ländner enthüllte: "Für die etwas untersetzten Kollegen war die alte Uniform noch nie was Gescheites", sagte Ländner, selbst Polizist. Die "schlammfarbene Hose" sei für schlanke Kollegen geeignet gewesen, für die anderen eher weniger. 
Bis zum "Rollout" (O-Ton Herrmann) der neuen Uniform müssen noch viele Fragen geklärt werden. Das österreichische Uniformvorbild wird für bayerische Zwecke abgewandelt werden. So haben österreichische Uniformen traditionell Stehkragen, wie Herrmann berichtete. Der Stehkragen wird voraussichtlich durch Reverskragen ersetzt. Nun werden die Textilexperten des Innenministeriums sich mit der österreichischen Uniformdesignerin treffen. 
Auch die bayerischen Polizeiautos sollen im Laufe der nächsten Jahre komplett auf die Farbe blau umgestellt werden, "möglichst kostengünstig", wie Herrmann betonte. "Die grünen (Autos) werden gefahren, solange sie im Einsatz sind."
Historisch betrachtet kehrt die bayerische Polizei damit in vielen Kommunen zu ihren farblichen Wurzeln zurück: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in vielen Kommunen auf Betreiben der US-Besatzungsverwaltung städtische Polizeien gegründet, die nicht dem Innenministerium unterstanden. Diese kommunalen Polizisten waren blau uniformiert - im Gegensatz zur grünen Landespolizei. Erst 1975 wurde in München das letzte städtische Polizeipräsidium in die Landespolizei eingegliedert. (Carsten Hoefer, dpa)

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