Politik

Ein Korb mit Spezialitäten aus Bayern hat Horst Seehofer dem Papst mitgebracht. (Foto: dpa)

23.06.2014

Bier aus Bayern für den Papst

Zum Ende seines Gesprächs mit Papst Fransziskus überreicht Seehofer bayerische Präsente: einen Scheck über 5000 Euro für syrische Flüchtlingskinder im Libanon und einen Geschenkkorb mit bayerischen Spezialitäten

Im Umgang mit Päpsten hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dem Rest der deutschen Politik einiges voraus: Sein Besuch bei Papst Franziskus im Apostolischen Palast ist bereits die sechste Rom-Visite des CSU-Chefs seit seinem Amtsantritt 2008. Aber ein Alltagstermin ist ein Besuch beim Pontifex Maximus dennoch nicht. "Eine gewisse Anspannung spürt man schon", räumt Seehofer vorher ein.
Die Beziehungen von Vatikan und Bayern sind eng, und Franziskus ist bereits der dritte Papst, den Seehofer kennenlernt. Der erste war Johannes Paul II., der 2005 starb. Im Petersdom zeigt der deutsche Prälat Eugen Kleindienst ihm nun dessen letzte Ruhestätte: "Wenn man jetzt vor dem Grab steht und denkt, man saß ihm gegenüber", sinniert Seehofer über die Vergänglichkeit alles Irdischen.
Prälat Kleindienst ist schon viele Jahre in Rom, aber trotzdem auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklungen in Deutschland: "Die Bauzeit war 120 Jahre, ähnlich wie der Flughafen in Berlin", erläutert der Kleriker die Geschichte des größten Bauwerks der Christenheit.

Harmonische Gespräche


Ansonsten spielt der deutsche Luftverkehr keine Rolle in Rom. Der aktuelle Papst Franziskus unterscheidet sich in mehr als einer Hinsicht von seinen Vorgängern: Er rollt im bescheidenen Ford Focus in den Hof des Apostolischen Palasts ein, während Seehofer im Oberklasse-Dienstauto vorfährt. Das Treffen dauert 25 Minuten, mit dabei sind Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner, Kultusminister Ludwig Spaenle, Europaministerin Beate Merk und der Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer (alle CSU). Der Vatikan behandelt die bayerische Delegation am Montag ehrenvoll: "Vista Presidente Baviera", steht auf den Sonderausweisen für die mitreisenden Journalisten - "Besuch des bayerischen Präsidenten".
Das Gespräch verläuft offensichtlich harmonisch. Themen sind unter anderem die vielen Flüchtlinge, die Europa aus Afrika und anderen Weltregionen erreichen. Der Papst verweist auf die ethische Verantwortung der Politik. "Eine extrem starke Persönlichkeit", fasst Seehofer seinen Eindruck zusammen. "Es war mit Händen zu greifen, dass er ein Anhänger des Zupackens ist."

"Bier?", fragt der Papst auf Deutsch. "Vielen Dank!"


Zum Ende des Gesprächs überreicht Seehofer die bayerischen Präsente: einen Scheck über 5000 Euro für syrische Flüchtlingskinder im Libanon und einen Geschenkkorb mit bayerischen Spezialitäten. "Wein, Kaffee, Bier", sagt Seehofer. "Bier?", fragt der Pontifex auf Deutsch und lächelt. "Vielen Dank." Im Gegenzug erhält Seehofer von Franziskus dessen erstes apostolisches Lehrschreiben "Evangelii Gaudium" (Freude des Evangeliums).
Zum Abschluss seines Kurzaufenthalts im Vatikanstaat besucht Seehofer noch den emeritierten Papst Benedikt XVI. Der sei bei recht guter Gesundheit, sagt Seehofer. Benedikt habe ihn auf die für Seehofer nicht gänzlich erfreuliche Lage in Bayern und die CSU-Schlapppe bei der Europawahl angesprochen. "Er hat über Bayern alles im Kopf." Seine Heimat besuchen will das Kirchenoberhaupt im Ruhestand aber offensichtlich nie mehr: "Er hat Nein gesagt", berichtet Seehofer anschließend. "Er hat sich eine Regel gegeben: Er ist jetzt Mönch, und diese Regel möchte er nicht aufgeben." (Carsten Hoefer, dpa)

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