Politik

Sichergestelltes Crystal Meth (N-Methylamphetamin). (Foto: dpa)

23.04.2015

Billig und extrem gefährlich

Die BSZ erklärt: Crystal Meth ist in Bayern weiter auf dem Vormarsch - und zunehmend in der Hand der organisierten Kriminalität

Herstellung und Handel mit der Droge Crystal Meth werden immer mehr zur organisierten Kriminalität. Diese Beobachtung erfülle Ermittler sowohl in Deutschland als auch in Tschechien mit Sorge, teilte das bayerische Justizministerium mit. Statt kleinerer Mengen stellten Zoll und Polizei nun häufiger größeren Mengen sicher. Seit dem vergangenen Jahr würden immer häufiger ein oder zwei Kilogramm entdeckt - zuvor waren es meist nicht mehr als 100 Gramm.  
Die gefährliche Synthetikdroge wird vor allem in Tschechien hergestellt und dann über die Grenze nach Deutschand geschmuggelt. Es sei deshalb notwendig, dass die Behörden beider Länder eng zusammenarbeiten, betonte Justizminister Winfried Bausback (CSU): "Nur wenn wir weiterhin gemeinsam vorgehen, haben wir eine Chance, dem Problem Crystal nachhaltig die Stirn zu bieten."
Die Droge macht extrem schell abhängig und führt zu Gehirnschädigungen. Jüngst warnte auch die Bundesregierung davor, dass Crystal Meth in Deutschland zunehmend um sich greift. Bei den Menschen, die erstmals als Konsumenten von Crystal Meth aufgefallen sind, gab es 2014 in Deutschland ein Plus von 14 Prozent auf 3138.

Crystal Meth in Bayern
Sie macht extrem schnell abhängig, junge Partygänger nehmen sie genauso wie gestresste Manager und überforderte Mütter oder Arbeiter in monotonen Jobs. Sie schädigt Gehirn und Nerven, führt zu Wahnvorstellungen. Die Droge Crystal Meth ist in Bayern auf dem Vormarsch.

DIE MENGEN: 2014 stellten Fahnder in Bayern nach vorläufigen Zahlen des Innenministeriums knapp 15 Kilogramm Crystal sicher. Dass es im Vorjahr 36,3 Kilo waren, liegt an zwei großen Einzelfunden. So wurden am Münchner Flughafen knapp 20 Kilogramm beschlagnahmt. Drogenkuriere waren damit auf dem Weg nach Japan. 2012 waren es 14,3 Kilogramm, im Jahr zuvor lediglich 11,7 Kilo. Die Dimension wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Crystal grammweise verkauft wird: Ein Gramm reicht für etwa zehn Konsumeinheiten.

DER SCHMUGGEL: "Es gibt nichts, was es nicht gibt", heißt es beim Zoll im oberfränkischen Selb, wo der Kampf gegen die verbotene Einfuhr von Crystal Meth aus Tschechien das wichtigste Thema ist. Fanta-Dosen und Chipstüten sind fast noch die harmlosesten Verstecke, Crystal wird auch in Körperöffnungen versteckt oder hinter der Innenverkleidung von Autos. Hergestellt wird die Droge in Crystal-Meth-Küchen in Tschechien. Die Produktion ist vergleichsweise billig und einfach. Besorgt sind Experten, dass immer größere Mengen gefunden werden - ein Beleg dafür, dass der Handel längst zur organisierten Kriminalität geworden ist. Vor allem in Großstädten ist der Verkauf besonders lukrativ.

DIE PRÄVENTION: Hier sind in Bayern einige Projekte angelaufen. "Aufgrund des deutlichen Anstiegs der Probleme mit Crystal Meth hat Bayern das Vorgehen gegen diese gefährliche Droge verstärkt", sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Beim Projekt "mindzone" etwa wenden sich Jugendliche direkt in Clubs und auf Partys an Gleichaltrige, um sie über Drogenmissbrauch aufzuklären. Seit 2014 gibt es eine Crystal-Beratungs-Hotline für Angehörige und Betroffene unter der Trägerschaft des Regensburger Vereins "DrugStop". (dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 42 (2017)

Sollen Arbeitnehmer das Recht haben, auf eine 28-Stunden-Woche zu reduzieren?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter IG-Metall Bayern

(JA)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.