Politik

Landtagspräsidentin Barbara Stamm. (Foto: dpa)

24.12.2014

"Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe und eine Kultur des Willkommens"

In ihrer Weihnachtsbotschaft dankt Landtagspräsidentin Barbara Stamm allen Engagierten. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm fordert eine Reform der Asylpolitik

Landtagspräsidentin Barbara Stamm plädiert in ihrer Weihnachtsansprache 2014 für eine enge Zusammenarbeit in Deutschland und innerhalb der europäischen Union bei der Aufnahme der Flüchtlinge aus Krisengebieten. Wer wirtschaftlich stark sei, könne und müsse andere unterstützen, dies sei ein Gebot der Menschlichkeit. 

„Kein Flüchtling hat sich sein Schicksal ausgesucht! Die Menschen fliehen vor Krieg, Gewalt, Hunger, Hoffnungslosigkeit und Chaos – unter ihnen auch viele Jugendliche ohne Familie. Sie brauchen unsere Hilfe und eine Kultur des Willkommens. (…) Was die Verantwortlichen in den Behörden und insbesondere die Ehrenamtlichen hier leisten, ist überwältigend. Dafür sage ich ein ganz herzliches ,Dankeschön' – auch denjenigen, die mutig gegen rechtsradikale Hetze auf die Straße gehen. Allerdings müssen wir auf die Sorgen und Ängste der Menschen eingehen, die von Rechtsradikalen für ihre verwerflichen Zwecke missbraucht werden. Hier müssen wir als Demokraten zusammenstehen“, stellt Barbara Stamm klar.

Das Bayerische Fernsehen strahlt die Ansprache von Landtagspräsidentin Barbara Stamm am Freitag, den 26. Dezember 2014 um 18.55 Uhr aus. Bayern 1 sendet die Ansprache am selben Tag um 20.05 Uhr.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat zu einer Neuregelung der Asylpolitik und mehr Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen. "Das christliche Europa hat heute die Aufgabe, seinen Umgang mit Flüchtlingen so neu zu ordnen, dass kein Mensch mehr im Mittelmeer ertrinken muss", sagte er in seiner Weihnachtsbotschaft.

"Und es muss zu einer Kraft in der Welt werden, die mit fairen Handelsbeziehungen und internationalen Beziehungen auf Augenhöhe dazu beiträgt, dass Menschen nicht mehr fliehen müssen", betonte der Münchner Landesbischof. Er erinnerte zugleich an das Weihnachtwunder vor 100 Jahren. Die Kraft der Versöhnung sei damals stärker gewesen als der Hass des Ersten Weltkriegs. Deutsche und britische Soldaten waren am 25. Dezember 1914 auf dem Schlachtfeld in Flandern aus den Schützengräben gekrochen und hatten gemeinsam Weihnachtslieder gesungen.

"Wir alle sind durch die Weihnachtsbotschaft dazu aufgerufen, am Friedensprojekt Europa mitzuwirken", erklärte Bedford-Strohm. Im Ersten Weltkrieg habe es kaum jemand für möglich gehalten, dass die Staaten in der Mitte Europas in Frieden miteinander leben.

Bedford-Strohm predigt am Ersten Weihnachtstag in der Münchner St. Matthäus-Gemeinde. Der Gottesdienst wird am Donnerstag um 10 Uhr ebenfalls im Bayerischen Fernsehen übertragen.

Sozialministerin Emilia Müller (CSU) hat zu Weihnachten vor allem den vielen Ehrenamtlichen in Bayern für ihr Engagement gedankt. Jeder Dritte im Freistaat sei in einem Ehrenamt aktiv. "Ohne sie wäre Bayern kälter und weniger sozial", erklärte die CSU-Politikerin am Dienstag in München. Insbesondere lobte sie die Hilfe für Flüchtlinge - von Freiwilligen, Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen. "Mit ihrem Einsatz leisten die freiwilligen Helfer einen wichtigen Beitrag für die oftmals von Krieg und Flucht traumatisierten Asylbewerber. Sie zeigen große Menschlichkeit und Offenheit", betonte die Sozialministerin. (dpa/BSZ)

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