Politik

21.11.2014

Frauenquote: Ja, bitte!

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Dass Frauen den Unternehmen guttun, ist seit Jahren bekannt: Gemischte Teams erzielen nachweislich bessere Betriebsergebnisse als Männer-Cliquen. Dennoch tut sich die deutsche Wirtschaft schwer mit der Frauenquote. Was in Frankreich, Spanien und Norwegen längst klappt, erscheint hierzulande als unüberwindbares Hindernis. Warum bloß? Bei der im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbarten Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen zicken die Beteiligten schon wieder rum. Jetzt hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Vorschlag, auch für Mittelständler eine Frauenquote einzuführen, zum Anlass genommen, das ganze Vorhaben in Frage zu stellen.
Es mag ja sein, dass Mittelständler mehr Probleme hätten als Großbetriebe, einen einmal erreichten Frauenanteil dauerhaft zu garantieren. Doch darum geht es jetzt nicht. Nur wegen dieses Punktes das dringend nötige Gesetzgebungsverfahren zu stoppen wäre das falsche Signal. Die große Koalition soll zunächst einfach die im Koalitionsvertrag vereinbarte Quote verabschieden und Nebenaspekte wie die Mittelstandsquote erst mal außen vor lassen.

In Norwegen klappt's schließlich auch


Blickt man nach Norwegen, sind die Erfolge durch die 2008 eingeführte Frauenquote zwar noch bescheiden, aber es gibt sie. So stieg der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen von 25 Prozent im Jahr 2004 auf 42 Prozent im Jahr 2009. Doch damit nicht genug: Gerade Firmen, für die die Regelung nicht gilt, fördern seither verstärkt Frauen. Hier scheint die Überzeugungsarbeit des konservativen früheren Wirtschaftsministers Ansgar Gabrielsen, der in Norwegen als Vater der Frauenquote gilt, durchzuschlagen: Er lud einst zu einer Veranstaltung in sein Ministerium 94 Frauen und sechs Männer aus der norwegischen Wirtschaft ein. Damit stellte er das durchschnittliche Verhältnis in den Verwaltungsräten auf den Kopf. Da haben die Männer offenbar kapiert, was es bedeutet, in der Minderheit zu sein – und gesehen, was die anwesenden Frauen drauf haben.

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