Politik

60 000 Euro ließ sich Niedersachsen diese Anzeige in der SZ kosten. (Foto: BSZ)

22.06.2015

Freche Anzeige

Niedersachsen stichelt gegen Bayerns Staatsregierung und Seehofer grantelt

Mit einer rund 60 000 Euro teuren Anzeige hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) Unternehmer aus Bayern zum Umzug nach Niedersachsen aufgefordert. "Auch bayerische Unternehmen brauchen Strom! Ziehen Sie direkt an die Quelle, ins Land mit Energie: nach Niedersachsen", schreibt Lies in der halbseitigen Anzeige, die am Samstag in der "Süddeutschen Zeitung" erschien. Der Minister attackiert darin die Linie Bayerns zur Energiewende scharf: "Die Haltung der bayerischen Staatsregierung sorgt eher nicht dafür, diese industriepolitische Herausforderung zu meistern."

"Wenn der Strom nicht zu Ihnen kommt, kommen Sie doch einfach zum Strom"

Bayern steht mit seiner Haltung zur Energiewende relativ isoliert da, die Wirtschaftsminister der Länder hatten sich zuletzt mit Ausnahme Bayerns zum Ausbau der Stromnetze in Deutschland bekannt. "Wenn der Strom nicht zu ihnen kommt, kommen Sie doch einfach zum Strom", schreibt Lies. Niedersachsen sei führend beim Ausbau erneuerbarer Energien, außerdem stelle das Land "den DFB-Pokalsieger 2015 und aktuellen Bayernjäger Nr. 1", stichelt Lies weiter.

Seine bayerische Ministerkollegin Ilse Aigner (CSU) reagierte gereizt. Die Anzeige sei schlechter Stil, wird Aigner bei ntv.de zitiert. Der Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, Stefan Wittke, sagte, die Anzeigenkosten seien als Wirtschaftswerbung für das Land durchaus gerechtfertigt. "Wir wollen auf die Vorzüge Niedersachsens aufmerksam machen, das funktioniert auch über Zeitungsanzeigen."

Seehofer: "So viel Geld für solchen Pipifax"

Ministerpräsident Horst Seehofer grantelte am heutigen Montag über den Versuch von Lies bayerische Firmen abzuwerben. "Da wird von solchen Ländern für einen solchen Pipifax noch viel Geld ausgegeben", schimpfte Seehofer. "Das Geld können's genauso gut in den Kamin tun. Fluchtbewegungen aus Bayern sind nicht bekannt." Niedersachsen könne sich die Anzeige nur leisten, weil viel Geld aus Bayern in den Länderfinanzausgleich fließe. "Der soll lieber schauen, dass ihm die Leute nicht weglaufen."

Nicht nur Seehofer, sondern auch der CSU-Vorstand beschäftigte sich anschließend mit der Anzeige. Die Parteispitze stellt fest, dass Niedersachsen seit 1998 "einsamer Spitzenreiter der Abwanderung" sei, wie Generalsekretär Andreas Scheuer anschließend berichtete. (dpa)

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Kommentare (1)

  1. Gerlinde am 22.06.2015
    Nach den Wahlen hat sich die CSU mit Ihrer Politik neben dem
    Bürger sowieso erledigt!
    In 10 Min. eben.

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