Politik

Chinas Wissenschaftsminister ist bayernkundig: Wan Gang arbeitete zehn Jahre als Ingenieur bei Audi. Zuspruch für die Energiewende kommt von ihm aber nur stark eingeschränkt. (Foto: dpa)

20.11.2014

Gedämpfter Zuspruch aus China für Energiewende

China ist pro Atomkraft, und die Ökostrom-Subventonen sind Wissenschaftsminister Wan Gang zu teuer

Ministerpräsident Horst Seehofer hat heute in Peking Bekanntschaft mit dem chinesischen Blick auf die deutsche Energiewende gemacht. Chinas Wissenschaftsminister Wan Gang lobte die deutsche Energiepolitik einerseits höflich als "Erfolgsmodell" - und machte andererseits deutlich, dass die chinesische Regierung an der Atomkraft festhält: "Das ist eine gute Technologie." Die deutschen Milliardensubventionen für die erneuerbaren Energien in Deutschland findet Wan zu teuer: "Wenn man die erneuerbaren Energien fördert, muss man rechtzeitig aussteigen." Nach drei oder fünf Jahren sollten die Subventionen beendet werden.
Der chinesische Wissenschaftsminister ist mit den deutschen Verhältnissen gut vertraut. Wan hat in Deutschland studiert und war zehn Jahre bei Audi in Ingolstadt tätig. China wolle den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion bis 2030 von 10 auf 20 Prozent verdoppeln, sagte er. Derzeit produzieren Kohlekraftwerke in China 67 Prozent des Stroms - mit Folgen für die Luft.  
Auch am zweiten Tag von Seehofers China-Besuch war die chinesische Hauptstadt in dichten Smognebel gehüllt. Seehofer sieht beim Ausbau sauberer erneuerbarer Energien denn auch Geschäftsmöglichkeiten für bayerische Firmen:"Wir wollen Ihnen helfen", sagte der CSU-Chef und nannte Siemens sowie den Baukonzern Bögl.
Völlige Übereinstimmung herrschte in Sachen Fußball. Mitglied der Delegation ist unter anderem FC Bayern-Altstar Paul Breitner. Der deutsche Rekordmeister hat in China viele Fans und würde nach Breitners Angaben gern im kommenden Jahr ein eigenes Büro in China eröffnen. Wissenschaftsminister Wan outete sich als Fan: "Ich schaue die Spiele öfter", sagte er. Die Bundesliga wird auch in China übertragen. Am Nachmittag reiste Seehofer weiter in die wirtschaftsstarke Partnerprovinz Guangdong in Südchina. Dort will Seehofer am Samstag eine bayerische Vertretung eröffnen. (Carsten Hoefer, dpa)

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