Politik

Germanwings hat nach dem Flugzeugunglück in Südfrankreich seine Internet-Auftritte mit einem schwarzen Trauerlogo versehen. (Foto: Germanwings)

24.03.2015

Germanwings-Absturz in Frankreich

Alexander Dobrindt (CSU) auf dem Weg zur Unglücksstelle - Kardinal Marx ruft zum Gebet für Absturzopfer und Familien auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich über den Absturz der deutschen Germanwings-Maschine über Frankreich tief erschüttert geäußert. Merkel habe alle Termine abgesagt und halte sich über die Entwicklung auf dem Laufenden, teilte die Bundesregierung am Dienstag in Berlin mit. Merkel habe bereits mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Spaniens Ministerpräsidenten Mariano Rajoy telefoniert. Ferner stehe sie in engem Kontakt mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Er plant, sich an Ort und Stelle ein Bild von
der Lage zu machen. Die deutsche Botschafterin in Paris sei ebenfalls auf dem Weg zum Unglücksort in Südfrankreich.

Beim Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Weg nach Düsseldorf sind in Südfrankreich wahrscheinlich alle 150 Menschen an Bord getötet worden. Das Flugzeug vom Typ A320 flog am Dienstag von Barcelona nach Düsseldorf. «Es gibt keinen Überlebenden», zitierte die Zeitung «Le Figaro» den französischen Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies. Es sei «möglich, dass es viele deutsche Opfer» gebe, sagte Präsident Präsident François Hollande laut «Le Figaro». An Bord waren laut Germanwings 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Es habe gegen 10.47 Uhr ein Notsignal gegeben. Das Signal habe gezeigt, dass das Flugzeug auf 5000 Fuß war, in einer unnormalen Situation. Kurz darauf sei der Absturz passiert.

Am Flughafen Düsseldorf löste die Nachricht vom Absturz Schock, Entsetzen und Trauer aus. An der VIP-Lounge, die der Flughafen für Angehörige und Seelsorger zur Verfügung stellte, kamen Angehörige mit
völlig verweinten Augen an.

Der Absturz in Südfrankreich war der erste Totalverlust einer Maschine der Germanwings. Flugzeuge der Lufthansa-Tochter waren in den vergangenen Jahren allenfalls von kleineren Zwischenfällen betroffen.

Französische Kommentatoren sprachen vom schwersten Flugunglück in Frankreich seit dem Concorde-Absturz am 25. Juli 2000. Auf dem Air-France-Flug 4590 war das Überschallflugzeug damals kurz nach dem Start vom Flughafen Paris-Charles de Gaulle abgestürzt, wobei alle 109 Insassen sowie vier Menschen am Boden ums Leben kamen. 96 deutsche Passagiere und ein deutsches Crew-Mitglied waren darunter.

Nach dem Absturz nutzen Lufthansa, Air Berlin und die Ferienfluggesellschaft Condor ihre A320-Maschinen nach eigenen Angaben vorerst weiter. Zunächst müsse die Absturz-Ursache geklärt sein, hieß es am Dienstag auf Anfrage. «Im Moment ist nichts anderes geplant», sagte auch eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter Swiss Air. Der Ferienflieger Tuifly hat keine A320-Maschine im Betrieb.

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine ihr Mitgefühl ausgedrückt. «Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Crew von Flug 4U-9525, bei ihren Familien und Freunden», hieß es in einer auf Englisch verfassten Mitteilung im Kurznachrichtendienst Twitter.

Marx ruft zum Gebet für Absturzopfer und Familien auf

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat sich bestürzt über die Flugzeugkatastrophe in Frankreich geäußert. «Mit großer Erschütterung fühlen wir uns als Kirche den Angehörigen der Opfer verbunden», erklärte der Münchner Erzbischof am Dienstag. «Die unfassbare Tragödie lässt Worte versagen. Deshalb rufe ich zum Gebet für Opfer und Angehörige auf.» Den Einsatzkräften und Notfallseelsorgern danke er für ihren aufopferungsvollen Dienst. (dpa)

Germanwings hat eine neue Hotline für Angehörige von Passagieren eingerichtet. Sie ist unter der Nummer 0800 1133 5577 zu erreichen.

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