Politik

Finanzminister Markus Söder in "Dahoam is dahoam". (Foto: BSR

03.02.2015

Intendant Wilhelm stoppt Politikerauftritte

Keine Parteien-Werbung mehr in der BR-Soap "Dahoam is dahoam"

Zukünftig seien für "Dahoam is Dahoam"-Episoden auch kurze Gastauftritte von Politikern anderer Parteien geplant", so rechtfertigte sich der Bayerische Rundfunk nachdem der Auftritt Markus Söders in der BR-Soap einen Proteststurm auslöste. Doch Intendant Ulrich Wilhelm sprach nun ein Machtwort.  Er habe die Redaktion gebeten, "keine weiteren Politikerauftritte bei ,Dahoam is dahoam" mehr einzuplanen", sagte er dem Münchner Merkur.
In der Mediathek ließ Wilhelm die betreffende Folge mit dem Finanzminister bereits kurz nach deren Ausstrahlung sperren. Und künftig sind also jegliche Politiker-Auftritte in "Dahoam is dahoam" tabu. "Die Sendung würde sonst in einen politischen Meinungsstreit geraten, und wir müssten Diskussionen darüber führen, welcher Politiker wie viele Sekunden bekommt", erklärte Wilhelm. Dies vertrage sich nicht mit dem Wesen einer Familienserie und ihrer fiktiven Handlung. Die Entscheidung sei nach eingehender interner Diskussion gefallen. Bereits angefragte Politiker hätten auf ihren Auftritt verzichtet. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sollen bereits für Kurzauftritte vorgesehen gewesen sein.
Wilhelm betonte, zwar habe es immer wieder Auftritte von Politikern in Unterhaltungssendungen gegeben. Das Problem an Söders Auftritt sei jedoch die Verknüpfung mit einem politischen Statement gewesen, "ohne journalistisches Gegenüber, der das Gesagte hinterfragen oder überprüfen kann". (aka/dpa)

Aufregung um Söder-Auftritt, lesen Sie hier die Vorgeschichte.

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Kommentare (4)

  1. Guido Langenstück am 03.02.2015
    Bravo, sehr geehrter Herr Wilhelm! Eigentlich nur schade, dass die Programmmacher und Drehbuchschreiber von "Dahoam is Dahoam" sich von Markus Söder haben instrumentalisieren lassen und seine klaren Werbeabsichten in eigener Sache nicht durchschaut haben. Und dass die Macher der BR-Abendschau (insbesondere Moderator Christoph Däumling) es am 20.01.2015 auch nicht überrissen haben, welche Intention Söder bei seinem Auftritt in DiD hatte (siehe http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau/markus-soeder-138.html ). Gut, dass es keine Verquickung von (mitunter knallharter) Realpolitik und fiktiver Handlung, in der ein Politiker Werbung in eigener Sache macht, zukünftig beim BR mehr geben darf (egal, von welcher Partei).
  2. Guido Langenstück am 03.02.2015
    Kleine Ergänzung (direkt an Dr. Markus Söder): Sie haben bei Ihrem Auftritt in "Dahoam is Dahoam" eindrucksvoll bewiesen, dass Sie auch grundsätzlich in einen Kleinbus japanischer Bauart reinpassen (war bestimmt nicht ganz bequem, oder?). Leider wurde die Folge "Politische Wurst-Phobie" (Folge 1449 von "Dahoam is Dahoam") wieder aus der Mediathek des BR entfernt (siehe http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/dahoam-is-dahoam/did-folge1449-hinweis-100.html ). Aber im Filmausschnitt, der in der BR-Abendschau am 20.01. gesendet wurde, sieht man´s ja auch: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau/markus-soeder-138.html (ab Minute 2:51) Da hätte ich ´mal einen konkreten Vorschlag: Wo Sie doch locker im "Wursttransporter" mitfahren konnten, könnte Ihr realer Dienstwagen vom Typ Audi A8 (im Abendschau-Beitrag ab Minute 2:48 zu sehen) doch auch eine Nummer kleiner ausfallen, oder? Schließlich sind alle Bedienstete des Freistaats Bayern verpflichtet, bei der Beschaffung und Nutzung von Dienstwagen, für die der Steuerzahler aufkommen muss, auf Sparsamkeit und Angemessenheit zu achten: https://www.verkuendung-bayern.de/files/fmbl/2015/01/fmbl-2015-01.pdf (Seite 23; Nummer 5.14.1 und 5.14.3: "Erwerb von Dienstfahrzeugen (Gruppe 811)". Oder gilt diese Anordnung Ihres Finanzministeriums nur für alle Mitarbeiter beim Freistaat außer Minister? Da Sie ja locker in eine japanische Wurstkutsche reinpassen, würde ein Audi A4 oder A6 als Dienstwagen für Sie es doch sicherlich auch tun, oder? Und zwar im Sinne des bayerischen Steuerzahlers, von dem Sie als Finanzminister regelmäßig Geld eintreiben. Wäre im Übrigen ein deutliches Signal, dass Sie es mit dem (notwendigen) Sparen zum Abbau der Schulden des Freistaats wirklich ernst meinen. Aber es scheint ja bei Ihnen viel einfacher zu sein, "Wasser zu predigen, aber Wein zu saufen", gell?
  3. Steuerzahler am 03.02.2015
    Apropo Dienstwagen, lieber Audi und BMW und Opel vor die Hunde gehen lassen!
  4. Guido Langenstück am 03.02.2015
    @ Steuerzahler: Ihren Kommentar verstehe ich nicht: Weder Audi noch BMW stehen kurz von dem Konkurs. Ganz im Gegenteil. Opel hat momentan tatsächlich massive Probleme (siehe Werksschließung in Bochum, NRW). Das ist aber kein bayrisches Problem, oder? Übrigens: Ich glaube kaum, dass es im Gesamt-Wirtschaftsergebnis von Audi eine große Rolle spielt, ob Markus Söder einen A8 oder einen A4 oder A6 fährt. Es wäre halt ein Signal, wenn der bayerische Finanzminister auf einen kleineren Dienstwagen umsteigt. Die Mehrzahl der Audi-Fahrer in Bayern hat ja auch keinen A8 (weder privat noch dienstlich). Oder hält sich Söder, genau wie seine Ministerkollegen, für etwas Besonderes (man wird diese Frage ja wohl noch stellen dürfen, oder?)?

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