Politik

Die neue Chefin der Jungen Union: Katrin Poleschner möchte die Pflegereform mitbestimmen. (Foto: BSZ)

25.11.2011

Katrin Poleschner: "Seehofer werden wir beobachten"

In der Geschichtsschreibung hat Katrin Poleschner ab sofort ihren Platz: Die neue Chefin der Jungen Union (JU) wird als erste Frau in diesem Amt in die Historie eingehen. Bislang schreibt man der 28-Jährigen aber vor allem dieses Attribut zu: Sie ist Gegnerin jeder Art von Quote. „Das war eine Kampagne, mit der mein Gesicht bekannt geworden ist“, analysiert die Schwäbin ihr polarisierendes Image nüchtern. Sie selbst habe zwar von der CSU-internen Frauenquote profitiert: „Über den Frauenblock bin ich in den Bezirksverband Schwaben gewählt worden“, gibt sie zu –, um einzuschränken: „Ich hätte es aber auch ohne Quote geschafft.“ Schließlich habe sie in der CSU „noch nie negative Erfahrungen aufgrund meines Geschlechts gemacht“.
Wer die Marketing-Angestellte so von der auch als Macho-Zusammenschluss berüchtigten Partei schwärmen hört, könnte sie für naiv halten. Doch gegen ein Mäuschen-Image spricht Poleschners herausfordernde Diktion: „Horst Seehofer hat uns versprochen, die Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern. Wir werden genau beobachten, was er da unternimmt“, kündigt die 28-Jährige an.
Familien- und Standortpolitik sowie Generationengerechtigkeit sind Schwerpunkte, mit denen Poleschner während ihrer Amtszeit die Mutterpartei konfrontieren will. „Beispielsweise wollen wir bei der Pflegereform verpflichtende Vorsorgebeiträge durchsetzen.“ Ist sie sich bewusst, welche Konsequenz das haben würde? „Klar, es wird teurer. Wie viel, das müssen Experten errechnen“, erwidert sie .
Markus Söder, Manfred Weber und Stefan Müller zählen zu Poleschners Vorgängern im neuen Amt: Deren Lebensläufe belegen, dass der JU-Vorsitz für eine Polit-Karriere prädestiniert: „Ich schließe für mich nichts aus, habe aber momentan keine Pläne“, sagt sie. Erfrischend: Gefragt nach Vorbildern und Vertrauenspersonen, nennt die Schwäbin, die sonst gerne Strauß und Stoiber zitiert, keinen dieser Granden, sondern: „Mein CSU-Kreisvorsitzender Thorsten Freudenberger ist jemand, bei dem ich Rat einhole.“ Kommunalpolitiker erlebe sie nämlich häufig idealistischer als die anderen. (Alexandra Kournioti)

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