Politik

Nazisprühereinen von Unbekannten: Der Hofer OB selbst informierte die Polizei. (Foto: dpa)

23.03.2015

Kein Polizeischutz für Hofs OB Fichtner

Unbekannte haben das Anwesen des Hofer Oberbürgermeisters Harald Fichtner (CSU) mit Hakenkreuzen beschmiert

Unbekannte haben das Anwesen des Hofer Oberbürgermeisters Harald Fichtner (CSU) mit Hakenkreuzen beschmiert. Sie sprühten in der Nacht zum Samstag - vermutlich zwischen 22 und 8 Uhr - vier Hakenkreuze ans Eingangstor und die Garage, wie die Polizei berichtete. Fichtner selbst verständigte die Polizei. Wegen wiederholter Schmierereien von Neonazis - unter anderem an einem Flüchtlingsheim im Raum Hof Anfang März - sei eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, berichteten die Beamten.
Erst vor kurzem hatte der Fall des Bürgermeisters Markus Nierth (parteilos) in Tröglitz in Sachsen-Anhalt für Aufsehen gesorgt: Wegen einer geplanten NPD-Demonstration vor seinem Haus fühlte er sich unter Druck gesetzt und trat von seinem Amt zurück. Gegen den Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat es laut Informationen des MDR im März Morddrohungen per Post gegeben. Unterschrieben seien die Briefe mit "Heil Hitler".

Kritik an Bayerns Innenminister Herrmann

Die Landtags-Grünen nahmen den Hofer Vorfall zum Anlass für heftige Kritik an Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Während sich der CSU-Innenminister im nahen Bamberg beim CSU-Parteitag wieder einmal als Law-and-Order-Herrmann gerierte, standen die Menschen in Hof fassungslos vor den Hakenkreuz-Schmierereien am Haus ihres Oberbürgermeisters", erklärte die oberfränkische Grünen-Abgeordnete und Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote. Seit fast zwei Jahren würden es Herrmanns Behörden nicht schaffen, die unendliche Serie der Hakenkreuz-Schmierereien in Hof aufzuklären und die Hofer Bürger vor diesen rechten Umtrieben zu schützen. "Dabei ist es aktuell nicht lange her, da spielte sich Herrmann als Schutzpatron der von Neonazis bedrohten Kommunalpolitiker auf. Doch den Realitätscheck besteht er wieder einmal nicht."
Eine konkrete Bedrohung Fichtners liege nicht vor, sagte unterdessen der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Jürgen Stadter, dem "Bayerischen Rundfunk". Fakt sei aber, dass es in Oberfranken eine aktive rechte Szene gebe. "Wir haben diese Szene im Visier", so Stadter.  Innenminister Herrmann hatte zuvor nicht ausgeschlossen, dass gewaltbereite Neo-Nazis hinter den Taten stecken könnten. "Es ist Aufgabe der Kriminalpolizei, auf jeden Fall den bestmöglichen Schutz kommunaler Mandatsträger sicherzustellen", so Herrmann. (dpa/BSZ)

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