Politik

17.07.2015

Griechenland braucht Hilfe

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Was tun mit dem Sorgenkind Griechenland? Dass die Wiege der Demokratie ihre Staatsschuldenkrise so schnell überwinden wird wie Spanien oder Irland, ist kaum zu erwarten. Das Land braucht eine ökonomische Perspektive, die es bis heute nicht hat. Weder die Euro-Länder, noch der IWF, noch die Griechen selbst haben bislang ein signifikantes Wirtschaftswachstumsprogramm vorgelegt.

Noch mehr sparen können in Griechenland eigentlich nur noch die Superreichen. Doch diese Gruppe wird nach wie vor in einem Akt solidarischer Selbstkasteiung von der Mehrheit der Bevölkerung geschont. Lieber zieht man öffentlich gegen die bösen Geldgeber aus Brüssel und New York zu Felde.

Das Land braucht Investoren!

Das Land braucht Investoren – nicht nur aus Deutschland. Neben Luxemburgern und Franzosen haben vor allem die Deutschen in den vergangenen Jahren massiv in Griechenland investiert. Von den 25,4 Milliarden US-Dollar an ausländischem Investitionsbestand im Jahr 2012 stammen 14,5 Prozent aus Deutschland (aktuellere Zahlen sind leider nicht verfügbar). Das könnten sich andere Euro-Partner zum Vorbild nehmen. Sich stärker zu engagieren wäre allemal besser, als das Feld chinesischen Investoren zu überlassen, die nur einen strategischen Brückenkopf in Europa etablieren wollen.

Vor allem im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung wäre ein griechisches Silicon Valley durchaus machbar. Schwerindustrie wird sich kaum auf dem Peloponnes ansiedeln. Aber junge, dynamische Internet-Start-Ups könnten dem Land wichtige Impulse geben. Doch so etwas muss gewollt sein und gelenkt werden.
Da in Europa kaum noch eine Werft wirtschaftlich arbeitet, wäre dies ebenfalls ein Projekt. Deutsche Maschinenbaukompetenz am günstigeren Standort Griechenland für den Schiffsbau zu nutzen, könnte eine Option sein. Mittels hellenischer Wind- und Sonnenenergie könnte man sehr wohl konkurrenzfähig fertigen und den erfolgreichen Koreanern und Japanern in diesem Segment das Wasser abgraben.
Möglichkeiten gebe es viele, doch statt in Brüssel immer neue Elefantenrunden zum Sparen abzuhalten, sollten die politischen Dickhäuter endlich einmal über Perspektiven nachdenken.

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