Politik

Max Schmidt, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, hat mit seinem Verband Eckpunkte für ein neues neunjähriges Gymnasium erabeitet. (Foto: dpa)

26.03.2014

Lehrerverband: Gymnasium soll grundsätzlich wieder neun Jahre dauern

Die Debatte über eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ist auch in Bayern längst nicht mehr aufzuhalten. Der Philologenverband plädiert für eine grundsätzliche Rückkehr zu neun Jahren, will aber auch die schnelle Variante weiter ermöglichen. Nun ist die CSU in Zugzwang.

Angesichts der Dauerkritik von Eltern, Lehrern und Schülern will der Bayerische Philologenverband (bpv) die Gymnasialzeit grundsätzlich wieder auf neun Jahre verlängern. Besonders leistungsfähige Schüler sollen das Gymnasium aber wie bisher in acht Jahren durchlaufen können. Das geht aus den Eckpunkten des bpv für ein "neues neunjähriges Gymnasium" hervor, die der Verbandsvorsitzende Max Schmidt am Mittwoch in München vorstellte. Der Lehrplan und die Stundentafeln sollen vor allem in der Mittelstufe entzerrt werden.
Schmidt sprach von einer Umkehr des jetzigen Systems, wo das G8 die Regel und das G9 die Ausnahme ist. "Wir denken das achtjährige Gymnasium ausgehend vom neunjährigen", sagte er. Statt "begleitetem Wiederholen" soll es künftig ein "unterstütztes Überspringen" geben.
Der Philologenverband strebt nun einen breit angelegten Gymnasialkongress noch vor der Sommerpause an. "Wir brauchen ein Art Schulkonsens", sagte Schmidt. Ziel sei es, möglichst viele  Gruppen für das bpv-Konzept zu gewinnen. Wenn es keinen breiten Konsens gebe, könne man den Dauerstreit nicht beenden.

Schüler sollen die 10. Klasse überspringen können


Konkret schlägt der bpv vor, dass Schüler sich in der Mittelstufe entscheiden, ob sie das Abitur nach 12 oder 13 Jahren machen. Wer sich für die kürzere Variante entscheidet, soll dann die zehnte Klasse überspringen können und dafür sowohl in der neunten als auch in der elften Klasse spezielle Förderangebote nutzen können.
Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte angekündigt, den Vorschlag des bpv zum Ausgangspunkt für die weitere Diskussion über die Zukunft der bayerischen Gymnasien zu machen. Dabei geht es vor allem um die Frage, mit welchem Konzept die Staatsregierung in den anstehenden G9-Volksentscheid der Freien Wähler geht. Diese wollen G8- und G9-Schulen und -Klassen parallel möglich machen.
Der Philologenverband, in dem die bayerischen Gymnasiallehrer organisiert sind, lehnt das Konzept der Freien Wähler als "in ganz weiten Teilen Bayerns nicht realisierbar" ab. Schmidt verwies auf die zurückgehenden Schülerzahlen, die dies ummöglich machten. In Ballungsräumen allerdings hält der bpv es durchaus für möglich, dass es künftig reine G8- und reine G9-Gymnasien nebeneinander gibt.
Auch ein "Abitur der zwei Geschwindigkeiten", wie es die Grünen wollen, lehnt der bpv ab. Ein solches Modell könne das Problem der vollgepackten Mittelstufe nicht lösen. Ebenfalls unmöglich sei auch eine weitere Reduzierung des gymnasialen Lehrplans insgesamt. Schmidt warnte vor einer "Entkernung des Gymnasiums".
"Die Zeit zum Erwachsenwerden kann nicht qua Verordnung verkürzt werden, sondern die Zeit zum Erwachsenwerden braucht man", sagte Schmidt. Besonders Buben seien derzeit die Verlierer. Die Schüler müssten wieder mehr Zeit haben, um Wissen zu vertiefen, aber auch für ästhetische und musische Bildung. Und die Schüler sollten sich zu Persönlichkeiten entwickeln. "Dies ist nicht möglich ohne Freiräume."(dpa)

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