Politik

In München steht der junge Islamist vor Gericht. (Foto: dpa)

05.03.2015

"Mama, sei nicht traurig"

Ein junger Islamist aus München reist in den Dschihad nach Syrien und kämpft dort für eine Terrororganisation. Und macht sein Testament

Der mutmaßliche Terrorist, der sich wegen Mordes in Syrien vor dem Oberlandesgericht München verantworten muss, hat im syrischen Bürgerkrieg sein Testament gemacht. Beim Sturm auf das Zentralgefängnis von Aleppo im Februar 2014 nahm er eine Audio-Datei mit seinem letzten Willen auf.
Im Hintergrund sind Schüsse zu hören. "Ich befinde mich gerade hier in Syrien", sagt er etwas außer Atem in der Aufnahme, die vor Gericht abgespielt wurde. "Wir sind gerade dabei, diese Gefangenen zu befreien."
Sein Geld solle nach seinem Tod vor allem für das Grab seiner Tochter auf dem Münchner Westfriedhof ausgegeben werden, die als Baby gestorben war. Seine Familie solle nicht um ihn weinen. "Mama, sei nicht traurig", sagt er in der Aufnahme. "Hier ist nichts echt auf dieser Erde - alles, was Ihr seht, wird vergehen."

"Es war meine Pflicht, Dschihad zu machen"

Die Bundesanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen vor, als Mitglied einer islamistischen Organisation am Terror in Syrien beteiligt gewesen zu sein und gemordet zu haben. In seinem Testament sagte er auch: "Es war meine Pflicht, hier rauszukommen und Dschihad zu machen."
Nach den Vorspielen des Testaments setzte der junge Mann seine Aussage fort. Er berichtete von dem Sturm auf das Gefängnis, den er nur aus den hinteren Reihen mitbekommen haben will. Er habe sich in einer Häuserruine aufgehalten, die sich dem Gefängnis gegenüber befand, sich aus Kampfeshandlungen aber weitgehend herausgehalten.  
Einmal habe er mit seiner Kalaschnikow auf das Gefängnis geschossen, sagte er - aber nur auf die Mauer und nur, um zu testen, ob die Waffe funktioniere. Ansonsten habe er sich "zu Tode gelangweilt".
Laut Anklage hatte er Anfang Februar zusammen mit etwa 1600 Dschihadisten das Zentralgefängnis in Aleppo mit Panzern und Maschinengewehren angegriffen und rund 300 Gefangene befreit. Bei den Kämpfen wurden laut Bundesanwaltschaft mindestens zwei syrische Regierungssoldaten und fünf Häftlinge getötet. (dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 20 (2018)

Umfrage Bild
Abstimmen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 18. Mai 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Nadja Michler
, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V.

(JA)

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler und Jäger

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2017

Ausgabe vom
24. November 2017

Weitere Infos unter Tel. 089/290142-65 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 18 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.