Politik

Kanada gestattet, anders als Deutschland, Wirtschaftsmigration nur nach dem nationalen Bedarf und nach klar geregelten Qualifikationen. (Foto: dpa)

26.08.2015

Martin Neumayer fordert Migrations-Website nach kanadischem Vorbild

Bayerns Integrationsbeauftragter hofft, dass Migranten schon im Heimatland ihre Chancen auf Einwanderung abklären können

Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, fordert eine Website, auf der Flüchtlinge bereits im Herkunftsland ihre Chancen auf Asyl bzw. Zuwanderung überprüfen können. „Kanada ist in vielerlei Hinsicht eine Wegmarke, was Zuwanderungspolitik betrifft. Über die Website www.immigration.ca kann jeder überprüfen, wie seine Chancen auf Zuwanderung nach Kanada sind. Einfach, schnell und wirksam erfährt man, ob es sich lohnt sich auf den Weg zu machen“, so Martin Neumeyer.
„Das wäre sicherlich auch ein Weg, um den Flüchtlingsstrom nach Deutschland etwas abzuschwächen. (Bürger-)Kriegsflüchtlinge sind natürlich nicht die Zielgruppe. Sie fliehen, um Leib und Leben von sich und ihren Familien zu retten. Doch die Flüchtlinge, die vor Misswirtschaft und Chancenlosigkeit aus ihren als sicher eingestuften Heimatländern fliehen, haben oftmals überhaupt keine Vorstellung davon, ob Ihre Flucht überhaupt zu einer Verbesserung der eigenen Lage führt. Gerade die Menschen vom westlichen Balkan beantragen hier Asyl, um eine Arbeitsstelle zu finden. Die Erfolgschancen dafür bewegen sich aber im Promillebereich. Genau aus diesem Grund brauchen wir eine Website, auf der die Menschen vorab prüfen können, ob sie eine Chance auf Asyl, einen Arbeitsplatz oder einen Aufenthaltstitel im Allgemeinen haben“, fordert Martin Neumeyer.

"Den Menschen Geld, Mühe und Frustration ersparen"


„Es geht dabei um einen internetbasierten Schnellcheck, ob sich die Reise für diese Menschen lohnt. Denn viele geben immense Summen für Schlepper aus, nur um sich dann in einem der neu geschaffenen Rückführungszentren wiederzufinden. So gibt es beispielsweise den Migration-Check der Bundesagentur für Arbeit oder die Website Make it in Germany für Fachkräfte, die eine ähnliche Funktion erfüllen, aber eine andere Zielgruppe im Blick haben. Es existieren somit schon Grundlagen, auf die wir aufbauen können. Nur muss das einerseits für die Zielgruppe der Flüchtlinge gestaltet und gleichzeitig in den sicheren Herkunftsländern verstärkt beworben werden. So schaffen wir es möglicherweise, den großen Strom der Wirtschaftsflüchtlinge abzuschwächen und diesen Menschen viel Geld, Mühe und Frustration zu ersparen“, hofft Martin Neumeyer.(BSZ)

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