Politik

26.10.2012

Millionen für die Hochschulen

Die Hochschulen bekommen mehr Geld: für die Erhöhung der Professorensalärs - und wohl auch für wegfallende Studiengebühren

190 Millionen Euro jährlich: So viel Geld nehmen Bayerns Hochschulen derzeit über Studiengebühren ein. Das Geld sollen sie zur Verbesserung der Studienbedingungen verwenden: für längere Bibliotheksöffnungszeiten, mehr wissenschaftliches Personal. Nachdem der Bayerische Verfassungsgerichtshof diese Woche das von den Freien Wählern beantragte Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren für zulässig erklärt hat, stellt sich die Frage, ob die Uni-Einnahmen im Fall der Fälle vom Freistaat ersetzt würden. Zwar haben die Hochschulen keinen Anspruch auf Ersatzmittel; drohende Verschlechterungen der Studienbedingungen wären für die schwarz-gelbe Regierung im Wahljahr aber ungünstig – weshalb man zumindest in der CSU davon ausgeht, dass der Freistaat die knapp 200 Millionen Euro im Jahr lockermachen müsste. Vorausgesetzt, die Gebühren fallen tatsächlich weg.
Im Moment neigt man in der CSU dazu, die Studienbeiträge zu kappen und damit einer drohenden Niederlage bei einem Volksentscheid zuvorzukommen. Allerdings müsste dem auch der Koalitionspartner FDP zustimmen – und der ziert sich. Fraktionschef Thomas Hacker sagte der BSZ, er wolle abwarten, ob sich im Januar die erforderlichen 940 000 Bürger für ein Volksbegehren fänden. Danach könne man weitersehen.

Gesprächsbedarf in der Koalition

Weil CSU-Chef Seehofer aber ankündigte, das Thema bereits im November abräumen zu wollen, ist für Gesprächsbedarf gesorgt – der nächste Koalitionsausschuss tagt übernächstes Wochenende.
Gemessen an den Studiengebühren muten die zusätzlichen 13 Millionen Euro, die es ab 2013 für die Professorenbesoldung geben soll, fast schon wie Peanuts an. Weil das Gehalt manchen W-Professors unter dem eines Regierungsrats liegt, beschloss der Öffentliche-Dienst-Ausschuss des Landtags diese Woche einstimmig, die Salärs der Hochschullehrer zu erhöhen. Künftig erhält damit etwa ein W2-Professor, der bislang 4568,11 Euro verdiente, ab dem neuen Jahr 4900 Euro im Monat.
„Das dürfte seit langer Zeit einzigartig sein, dass alle Fraktionen einem Gesetzentwurf der Staatsregierung zustimmen“, erklärte die Ausschussvorsitzende Ingrid Heckner (CSU) erfreut. Das stimmt. Ebenso trifft zu: Mit dem Professorenbesoldungsreformgesetz aus dem Jahr 2002 unter der damaligen Bundeswissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wurden die Grundgehälter für die W-Professuren um durchschnittlich 25 Prozent abgesenkt, wie der CSU-Abgeordnete Winfried Bausback erläuterte. So ist die geplante Anhebung eigentlich eine Wiedergutmachung. Und ein Tribut an das Bundesverfassungsgericht, das im Februar dieses Jahres geurteilt hatte: Alle W-Professoren müssen ihren Aufgaben entsprechend besser bezahlt werden. (ta/aki)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 42 (2017)

Sollen Arbeitnehmer das Recht haben, auf eine 28-Stunden-Woche zu reduzieren?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter IG-Metall Bayern

(JA)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.