Politik

Das Denkmal am Haupteingang der Theresienwiese in München erinnert an die Opfer des Attentats auf das Oktoberfest. (Foto: dpa)

11.12.2014

Neue Ermittlungen nach 34 Jahren

Die Bundesanwaltschaft geht neuen Hinweisen auf mögliche Drahtzieher beim Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest im Jahr 1980 nach

Es war das bislang schwerste Attentat mit rechtsextremen Hintergrund in Deutschland. Beim Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 starben 13 Menschen. Zweifelsfrei aufgeklärt wurde das Wiesn-Attentat aber nie. Nun wird wieder ermittelt.

Rund 34 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest geht die Bundesanwaltschaft neuen Hinweisen auf mögliche Drahtzieher nach. "Ich habe heute angeordnet, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden", sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe. Ausgelöst wurden diese durch eine bisher unbekannte Zeugin, die auf mögliche Mitwisser hindeuten könnte.  

Die Ermittlungen werden sich Range zufolge aber nicht auf diese Frau allein beschränken. "Wir werden allen Ansatzpunkten erneut und umfassend nachgehen." Er sprach vom "schwersten rechtsextremistischen Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland".

Bei dem Anschlag 1980 waren 13 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Unter den Toten war auch der Attentäter, der 21-jährige Gundolf Köhler, Anhänger der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann". Er wurde zeitweise als Einzeltäter angesehen.  

Range betonte jetzt jedoch: "Eine Einzeltäter-Theorie haben wir niemals verfolgt." Von Anfang an sei nach möglichen Mittätern oder Verschwörern gesucht worden. Wiederholt habe die Bundesanwaltschaft die Wiederaufnahme der Ermittlungen geprüft, unter anderem auch nach Auswertung von Stasi-Unterlagen.  

Jetzt "stehen wir vor einer neuen Situation", sagte Range. Die Aussage der Zeugin sei "werthaltig". Zum Inhalt äußerte er sich nicht. Das Bayerische Landeskriminalamt wurde mit den kriminalpolizeilichen Ermittlungen beauftragt.   
Die Grünen im Bundestag hatten schon vor kurzem gefordert, alle Akten auf den Tisch zu legen. Sie wollen etwa wissen, ob ein früherer Waffensammler, der möglicherweise ein Hintermann sein könnte, als V-Mann einer Sicherheitsbehörde diente. 

Der Opferanwalt Werner Dietrich hatte zum Jahrestag des Attentats am 26. September erneut einen Wiederaufnahmeantrag in Karlsruhe eingereicht, sein vierter nach 1983, 1984 und 2008. Darin führte er eine neue Zeugin an. Die Frau soll am Tag nach dem Anschlag nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Flugblätter mit einem Nachruf auf den Attentäter Gundolf Köhler gefunden haben - noch bevor dessen Name öffentlich bekannt war. (dpa)

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