Politik

Sieben bis neun Castoren sollen nach dem Willen von Hendricks in Bayern am Standort des Atomkraftwerks Isar zwischengelagert werden. (Foto: dpa)

23.06.2015

"Reaktion der Staatsregierung nicht angemessen"

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks beharrt auf Lagerung von Atommüll in Bayern

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gibt sich von der CSU-Kritik an ihren Plänen zur Lagerung von Atommüll in Bayern unbeeindruckt und beharrt auf ihren Plänen. "Die Reaktion der bayerischen Staatsregierung ist nicht angemessen", sagte sie heute der "Welt". "Bayern hat über Jahrzehnte hinweg von der Atomenergienutzung profitiert, mehr als jedes andere Bundesland. Es war mithin an der Produktion von Atommüll beteiligt, mehr als jedes andere Bundesland. Ich erwarte, dass Bayern sich nun auch seiner Mitverantwortung für die Lösung dieses Problem stellt."

Der Streit dreht sich um die letzten 26 Castor-Behälter mit deutschem Atommüll, der noch aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und Deutschland zurückkommen. Sieben bis neun Castoren sollen nach dem Willen von Hendricks in Bayern am Standort des Atomkraftwerks Isar zwischengelagert werden. Die anderen Behälter sollen nach Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein kommen. Anders als Bayern hatten sich diese drei Länder freiwillig bereit erklärt, die Castoren aufzunehmen. 

Bayerns Minsterpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich am Montag empört. "Darüber werden wir in der Koalition zu reden haben", sagte er in München. Er warf Hendricks vor, gegen die in einer Koalition üblichen Umgangsformen verstoßen zu haben: "Wir haben vereinbart, dass wir alle Fragen der Energiewende im Zusammenhang entscheiden. Warum sie jetzt auf der Zielgeraden vorprescht, bleibt ihr Geheimnis."

Hendricks konterte nun: "Es ist nicht zu viel verlangt, wenn das Land sich mit maximal neun Castoren an der Zwischenlagerung des Atommülls beteiligen würde." Mit ihrem vorgelegten Konzept seien auch noch keine endgültigen Entscheidungen über die Standorte der Zwischenlagerung getroffen worden.

SPD-Energieexpertin Natascha Kohnen befürchtet sogar eine grundsätzliche Abkehr der CSU von der Energiewende. Staatskanzleichef Huber stelle sie inzwischen offen in Frage, kritisierte Kohnen: "Ich habe das Gefühl, die CSU will gar nicht aussteigen aus der Atomkraft." Zugleich empöre sich die Staatsregierung über die Rückkehr von Castorbehältern. "Castoren fallen nicht vom Himmel", rief Kohnen. "Sie sind das direkte Ergebnis Ihrer Atompolitik der vergangenen Jahrzehnte." (dpa/BSZ)

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Kommentare (1)

  1. Paul am 24.06.2015
    Ich schlage vor jeder Beamte bekommt einen Löffel davon zum 65 Geburtstag,
    damit sind gleich zweierlei Probleme gelöst:
    1. Die Entsorgung und
    2. Die sehr sehr hohen Pensionen der Beamten,
    obwohl es diese gar nicht gibt!

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