Politik

Auch dieses Haus in Bamberg durchsuchte die Polizei gestern. (Foto: Christian Herse/dpa)

22.10.2015

Schlag gegen Rechtsextremisten

Mit ihrer Razzia in Franken vereitelte die Polizei einen Anschlag

Mit der Razzia gegen eine rechtsextreme Gruppierung in Franken haben Polizei und Staatsanwaltschaft womöglich einen Anschlag verhindert. Das bestätigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. "Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen stehen die Täter unter anderem in Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben", hieß es heute auch in einer Mitteilung seines Ministeriums. Weitere Details zu der Razzia vom Mittwoch würden am Nachmittag in Bamberg bekanntgegeben.

Kiloweise Feuerwerkskörper aus Osteuropa sichergestellt

Drei Mitglieder der Gruppierung waren gestern nach der Razzia verhaftet worden. Die Männer hatten laut BR kiloweise Feuerwerkskörper aus Osteuropa bestellt, der Sprengstoff sei jedoch durch die Polizei abgefangen worden. Außerdem seien bei der Aktion, an der unter anderem fast 90 Polizeibeamte beteiligt waren, unter anderen auch eine Schusswaffe und weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt worden.

Vertreter des rechtsextremen Spektrums hatten in Bamberg für den 31. Oktober eine Demonstration "gegen Asylmissbrauch" geplant. Ziel des Protestzugs sollte die Aufnahme- und Rückführungseinrichtung für Flüchtlinge mit geringer Chance auf ein Bleiberecht sein. Ob der geplante Anschlag in Zusammenhang mit dieser Demonstration steht, ist laut BR unklar.

SPD: Innenministerium muss verstärkt gegen Rechtsextreme vorgehen

Florian Ritter, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion im Kampf gegen Rechtsextremismus, ist alarmiert. "Man kann froh und dankbar gegenüber der Polizei sein, dass dieses Nest ausgehoben wurde", sagte er. "Wenn der Sprengstoff tatsächlich als Werkzeug für einen Anschlag gedacht war, will man sich nicht ausmalen, was da hätte passieren können." Ritter betonte aber auch, dass dieser Fund ein weiteres Indiz für die steigende Gewaltbereitschaft der rechte Szene in Bayern sei - "und eine Warnung und Mahnung an das bayerische Innenministerium, verstärkt gegen rechtsextreme Gruppierungen vorzugehen". Insbesondere Neubewertungen und gegebenenfalls Verbotsverfahren der Gruppen "Die Rechte" und "Der Dritte Weg" seien überfällig, mahnte er. (dpa/BSZ)

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