Politik

Finanzminister Söder rechnet mit einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. (Foto: dpa)

08.07.2015

Seehofer hofft auf Ausweg in Griechenland-Krise

Finanzminister Markus Söder (CSU) hat die Hoffnung weitgehend aufgegeben

In der Griechenland-Krise stellt sich Seehofer voll hinter Kanzlerin Merkel - und hofft auf eine Lösung quasi in letzter Minute. Andere sind da skeptischer. Allen voran Seehofers eigener Finanzminister.

In der Griechenland-Krise hat CSU-Chef Horst Seehofer die Hoffnung auf eine Lösung noch nicht aufgegeben - der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) hingegen weitgehend schon. "Ich glaube, wenn man die Gesamtverantwortung sieht, ist es immer gut, wenn man versucht, noch eine Lösung zu finden", sagte Seehofer am Mittwoch am Rande einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag in München.  

Er betonte aber auch: "Es gibt keine Lösung um jeden Preis, sondern die griechische Regierung muss ihre Aufgaben erfüllen. (...) Wir haben klare Konditionen, klare Bedingungen." Es müssten Reformmaßnahmen eingeleitet werden, die geeignet seien, die Schuldentragfähigkeit Griechenlands wiederherzustellen.

Seehofer hält eine Entscheidung aber nun auch aus ökonomischen Gründen dringend für notwendig. "Ich glaube, die Sehnsucht ist bei allen groß, dass dieses Diskutieren ein Ende hat, dass Klarheit herrscht", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Das kann ökonomisch nur Schaden anrichten, wenn das eine Endlos-Diskussion wird."

Söder rechnet dagegen eher mit einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone: "Es ist keiner ein Fan von einem Grexit, weil das ja mit erheblichen Risiken für alle verbunden ist. Aber ich glaube, am Ende wird es sehr, sehr schwer werden, eine andere Alternative zu finden." Seine Hoffnungen in Sachen Griechenland seien "mehr als gedämpft". Man könne zwar die Tage bis zum EU-Gipfel am Sonntag noch abwarten. "Aber es kostet schon sehr, sehr viel Kraft und Nerven, das wirklich alles auszuhalten, denn das Ergebnis ist ja fast absehbar."

Söder sagte, bislang sei eine tragfähige Lösung für Griechenland nicht erkennbar, das Land sei schwer reformierbar, und die griechischen Bevölkerung wolle ja gar keine Reformen. Es könne keine Lösung sein, "dass man immer, immer wieder Geld nachschießt". Söder warnte auch vor einer "Ansteckungsgefahr", weil andere EU-Staaten dann Anreize hätten, genauso zu handeln wie Griechenland. "Und dann lähmt sich Europa immer weiter. Und dann wird Europa destabilisiert, alles zulasten der deutschen Steuerzahler", warnte Söder. (dpa)

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Kommentare (2)

  1. mosaik1952 am 09.07.2015
    Merkel und co. müssen sich drauf einstellen das sie versagt haben und leichtfertig deutsche steuergelter verschwendet haben. Es kann nicht gutgehen wen man ein Land mit anderen Kulturen und Mentalität seinen willen aufzwängen will. Frau Merkel sowie sie es mit Deutschland machen versuchen sie es mit ganz Europa , was dabei raus kommt : Rentner müssen Flaschen sammeln um zu überleben wier brauchen Tafeln damit Familien mit Kinder was zu Essen und zum Anziehen haben usw. ihr Eid den sie geschworen haben " zum wolle des Deutschen Volkes " danke und schämen sie sich....
  2. Wähler am 09.07.2015
    Sie laufen Gefahr nach Ablauf der Wahlperiode, ne Strafanzeige wegen Steuerverschwendung
    zu erhalten!

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