Politik

Horst Seehofer (l.) sieht in Ulrich Maly seinen härtesten Gegner. (Foto: dpa)

17.03.2014

Seehofer: "Maly hätte absolute CSU-Mehrheit verhindert"

CSU-Chef Horst Seehofer ernennt den Nürnberger SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly zu seinem neuen Hauptgegner. Der allerdings sträubt sich noch nach Kräften gegen eine herausgehobenere Rolle in der Landespolitik.

Nach der Kommunalwahl stellt sich die CSU auf einen neuen Hauptgegner in Bayern ein: den Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). "Dass er in den nächsten Jahren die dominante politische Kraft auf Seiten der SPD ist, das habe ich vor der Landtagswahl angekündigt und das wird auch so kommen", sagte CSU-Chef Horst Seehofer vor Beginn der heutigen CSU-Vorstandssitzung in München. "Da kann er tausendmal dementieren, das wird so sein, glauben Sie's mir."
Ohne "neue Figuren" werde die bayerische SPD nicht aus ihrem 18-Prozent-Turm herauskommen, prophezeite Seehofer. "Ich halte den Maly für einen ernstzunehmenden Wettbewerber. Wenn der bei der Landtagswahl kandidiert hätte, hätte ich heute nicht die absolute Mehrheit."
Maly hatte bei der OB-Wahl in Nürnberg über 76 Prozent geholt. CSU-Gegenkandidat Sebastian Brehm war mit nur 24 Prozent chancenlos. Er sei "frustriert und enttäuscht", räumte Finanzminister Markus Söder ein, Bezirksvorsitzender der CSU in Nürnberg.

"Maly kann tausendmal dementieren, es wird so kommen"


Einen landesweiten Trend habe es bei der Kommunalwahl nicht gegeben, sagte Seehofer. "Man sieht, wir sind die führende politische Kraft und man muss sich bei jeder Wahl bis zur letzten Minute engagieren." Von den mehr als 70 Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen in den kreisfreien Städten habe die CSU vierzig gewonnen, SPD und Freie Wähler je sieben. In 22 Landkreisen oder kreisfreien Städten gebe es am 30. März Stichwahlen. "Bei der Kommunalwahl sind eindeutig die Kommunalpolitik vor Ort und die Kandidaten vor Ort maßgeblich. Deswegen gibt es beim gestrigen Wahltag auch keinen Trend in irgendeine Richtung."
In München will die CSU nach dem Erreichen der Stichwahl mit allen Kräften für einen Sieg ihres OB-Kandidaten Josef Schmid kämpfen. Er sei mit dem Ausgang der Kommunalwahl in der Landeshauptstadt "äußerst zufrieden", sagte Seehofer. "Der Schwerpunkt liegt natürlich in München."
CSU-Kandidat Josef Schmid liegt in der Landeshauptstadt nach dem ersten Wahlgang knapp vier Prozentpunkte hinter dem SPD-Kandidaten Dieter Reiter. Im Münchner Stadtrat wird die CSU aller Voraussicht nach erstmals seit 30 Jahren stärkste Fraktion. Die bisherige rot-grüne Koalition im Münchner Rathaus hat wahrscheinlich ihre Mehrheit verloren.
Die niedrige Wahlbeteiligung führte Seehofer darauf zurück, dass die Bürger in Bayern zufrieden seien und es vielerorts keine Probleme gebe. "Wenn die Leute zufrieden sind, kann man ihnen nicht vorwerfen, dass sie zuhause bleiben und nicht wählen." (dpa)

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