Politik

Bayerns Heimatminister Markus Söder will Ämter von München in die Provinz verlagern. (Foto: dpa)

23.02.2015

Söder: Nächste Woche Entscheidung über Behördenverlagerung

Das Landesamt für Statistik hat es vorgemacht - nun sollen auch andere Ämter von München in die Provinz verlagert werden

Die bayerische Staatsregierung will bereits nächste Woche über die geplante Behördenverlagerung entscheiden. Dabei sollen rund 1500 Behördenarbeitsplätze von München in strukturschwache Regionen des Freistaats verlegt werden, kündigte Finanzminister Markus Söder (CSU) heute in Nürnberg an. "Das wird das größte Regionalisierungsprogramm staatlicher Aufgaben seit Jahrzehnten", unterstrich er zum einjährigen Bestehen des in Nürnberg angesiedelten Heimatministeriums. Weitere Details sollen erst in der nächsten Woche bekannt gegeben werden.
Die auf 10 bis 15 Jahre angelegte Verlagerung werde "im Einklang mit den Beschäftigten und ohne Zwangsversetzungen" über die Bühne gehen, versprach Söder. Das Konzept, über das in den nächsten Tagen noch die CSU-Fraktion entscheiden muss, sehe sowohl die Verlagerung kompletter Behörden als auch Teilverlagerungen vor. "Eine Teilverlagerung ist sogar besser, weil das der Mitarbeiterfluktuation entgegenwirkt", gab Söder zu Bedenken.
Dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten sei die Dezentralisierung der Landesverwaltung heutzutage keinProblem mehr. "Die Mitarbeiter arbeiten heute alle digital. Da ist es völlig egal, ob ein Behördenteil ein Stock tief sitzt oder in einer anderen Stadt untergebracht ist", sagte der Minister.  
Das im Februar 2014 eröffnete Heimatministerium sei inzwischen fast komplett arbeitsfähig. Derzeit arbeiteten dort 85 Mitarbeiter, bis zum Jahresende sollen es 100 werden. Bis dahin werde der Umbau des obersten Stockwerks des früheren Landesbankgebäudes abgeschlossen sein. 30 Mitarbeiter seien von München nach Nürnberg umgezogen, die meisten anderen stammten aus der Region. Ein paar wenige Mitarbeiter hätten einen Schreibtisch in München und Nürnberg. Söder schaltete zum 1. Geburtstag des Heimatministeriums einen Wlan-Hotspot auf dem davor liegenden Lorenzer Platz frei. Innenstadtbesucher können dort kostenlos mit ihren Smartphones im Internet surfen.
(Klaus Tscharnke, dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (3)

  1. Guido Langenstück am 25.02.2015
    Au Backe: Hoffentlich geht niemand vor Markus´ Home-Office (auch bekannt als "Heimatministerium") auf diese Internetseite: http://www.welt.de/politik/article893116/Markus-Soeder-und-seine-uneheliche-Tochter.html
  2. kitsune am 28.02.2015
    Es wäre für die anstehenden Verlagerungen in mehrfacher Hinsicht zu wünschen, dass sie nicht so laufen wie die Verlagerung des Bayerischen Landesamtes für Statistik von München nach Fürth.
    Da wären zum einen die enormen Kosten. Der alte Standort des Landesamtes für Statistik in der Fußgängerzone steht seit Jahren leer und verrottet trotz Bestlage, der Standort des Amtes ab 2012 in der St.Martin-Straße, Bereitstellungskosten über 100 Millionen Euro, wird nach Abschluss der Verlagerung ebenfalls zur Hälfte leer stehen. Das Dienstgebäude in Fürth wird insgesamt weitere 50 Millionen Euro kosten.
    Zum anderen, von den Versprechungen an die Belegschaft die Verlagerung sozialverträglich abzuwickeln ist so gut wie nichts realisiert worden. Eine Handvoll Betroffener konnte auf Stellen in anderen Behörden wechseln (von denen einige jetzt wohl wieder zur Verlagerung anstehen), der Rest steht mangels Alternativen vor dem Umzug bzw. grotesken Pendelzeiten nach Fürth, oder bei Umzugsverweigerung vor der Zwangsversetzung auf Stellen vom Kaliber "Latrinenreinigung im Asylantenlager".
  3. pudlich am 04.03.2015
    Als ich gelesen habe, dass Herr Söder etliche Beamtenstellen nach Unterfranken verteilen möchte, dachte ich mir, es sei wesentlich wichtiger, Ärzte und Pflegepersonal frei zu schalten, da wir diese immer nötiger brauchen. Denkt eigentlich auch mal jemand darüber nach, wer all die Flüchtlinge die in unser Land kommen, behandeln soll?

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 42 (2017)

Sollen Arbeitnehmer das Recht haben, auf eine 28-Stunden-Woche zu reduzieren?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter IG-Metall Bayern

(JA)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.