Politik

Münchner Flughafen: Seehofer hat zum Dialog über den Bau einer dritten Startbahn geladen - und prompt gibt es Ärger. (Foto: dpa)

02.09.2015

Startbahngegner sauer auf Seehofer

Noch bevor es losgeht, gibt es Ärger um den angekündigten Dialog zum Bau der geplanten dritten Startbahn am Münchner Flughafen. Die Gegner wollen sich dort mit dem Regierungschef treffen, wo der Fluglärm am lautesten ist

Die Gegner der geplanten dritten Startbahn am Münchner Flughafen wollen mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nur vor Ort über das umstrittene Milliardenprojekt diskutieren. Eine Einladung zu einer von acht Gesprächsrunden in der Münchner Staatskanzlei lehnt das Aktionsbündnis "AufgeMUCkt" ab. Das Treffen müsse vielmehr im Freisinger Stadtteil Attaching stattfinden, der am stärksten vom Fluglärm der neuen Startbahn betroffen wäre.

Außerdem sei der Termin zu kurzfristig angesetzt worden, kritisierte das Bündnis am Dienstag. Die sechs Sprecherinnen und Sprecher von "AufgeMUCkt" könnten sich daher am 17. September - drei Tage nach Ende der Sommerferien - nicht mit Seehofer treffen. Für diesen Tag hatte das Bündnis schon zuvor eine Mitgliederversammlung in Freising einberufen.

Kritik am Termin: Drei Tage nach Ende der Sommerferien - das sei zu kurzfristig

Das Aktionsbündnis wertete es zudem als "unhöfliches Vorgehen" der Staatskanzlei, dass nicht jeder der Sprecher eine Einladung zugeschickt bekommen habe. Seehofers Regierungszentrale hatte lediglich einer der Sprecherinnen einen Umschlag geschickt, in dem sich auch die Einladungen an deren fünf Mitstreiter befanden. "Angesichts dieser Vorgehensweise seitens des Ministerpräsidenten fragen wir uns, wie ernsthaft dieser sogenannte gemeinsame Dialog tatsächlich gewünscht wird", heißt es in der Mitteilung.

Eine Sprecherin der Staatskanzlei sagte der Mediengruppe "Straubinger Tagblatt"/"Landshuter Zeitung", man werde die Bitte um Terminverlegung prüfen. Allerdings sollten alle acht angesetzten Gesprächsrunden aus Gründen der Gleichbehandlung in München beim Ministerpräsidenten stattfinden. Den Versand aller Einladungen an eine Sprecherin begründete die Staatskanzlei damit, dass nur diese auf der Homepage von "AufgeMUCkt" mit einer Postadresse genannt sei.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Juli die letzten Klagen gegen die Baugenehmigung für die dritte Startbahn abgewiesen. Allerdings liegt das Projekt politisch auf Eis, weil die Stadt München als einer der drei Flughafengesellschafter neben Bund und Land die Piste nicht haben will. Bei den Gesprächen sollen auch die Flughafengesellschaft, die bayerische Wirtschaft und die vier Landtagsfraktionen zu Wort kommen. Noch im Herbst will Seehofer über das weitere Vorgehen entscheiden. (dpa)

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Kommentare (1)

  1. Gerda am 03.09.2015
    Für mich beginnen die Bauarbeiten der dritten Startbahn ende 2016.

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