Politik

Eine Drohne des Typs "Shadow" ist in der Oberpfalz abgestürzt. (Foto: dpa)

12.11.2014

US-Drohnenabsturz in der Oberpfalz

Bürgermeister kritisierte die mangelnde Informationspolitik der Verantwortlichen

Am Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Hohenfels ist vor einer Woche eine Drohne abgestürzt. Dies bestätigte heute ein Sprecher der US-Armee auf Anfrage. Eine Überwachungsdrohne des Typs Shadow stürzte demnach bei einem Manöver über dem Truppenübungsplatz in ein Waldstück. Die Ursache des Unfalls werde derzeit noch ermittelt. Verletzt wurde niemand.

Seit längerem regt sich in der Oberpfalz Unmut über den Einsatz der unbemannten Fluggeräte der US-Armee. Kritiker sehen sich nun bestätigt. Der Unfall zeige, dass Drohnen nicht hundertprozentig beherrschbar seien, sagte der Bürgermeister von Schmidmühlen, Peter Braun (CSU), dem Bayerischen Rundfunk. Das Sicherheitsgefühl der Bürger sei beeinträchtigt. Braun kritisierte eine mangelnde Informationspolitik der Verantwortlichen. Er habe von dem Vorfall erst durch Medienberichte erfahren. "Eine bessere Informationspolitik wäre wünschenswert", sagte auch der Bürgermeister von Hohenfels, Bernhard Graf, dem BR.

"Es ist nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Drohne über zivilen Dörfern in der Oberpfalz abgestürzt wäre", sagte Heidi Kaschner, Landesvorstandsmitglied der Linken in Bayern. Nun sei deutlich geworden, wie wichtig es war, den Flugkorridor zu skandalisieren. Doch die Intransparenz bleibe: "Wie schon bei den Flugkorridoren die Öffentlichkeit über die Pläne der US-Armee im Unklaren gelassen wird, ist auch dieses Mal der Absturz erst nach drei Tagen bekannt geworden. Details bleiben den Abgeordneten wie Bürgerinnen und Bürgern weiterhin vorenthalten." Die Bundesregierung müsse jetzt schonungslos für Transparenz sorgen und ihre Drohnenpolitik gegenüber den USA radikal ändern.

"Der jetzige Absturz legt nahe", so Kaschner, "dass US-Drohnen nicht wie vorgeschrieben lediglich über den Übungsplätzen aufsteigen." Dies sei bereits in der Vergangenheit beobachtet worden, die Bundesregierung vertraue aber nicht ihren eigenen Bürgern, sondern auf Dementi der US-Armee." (dpa/BSZ)

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