Politik

Uli Hoeneß: Ab September ist er wohl Freigänger. (Foto: dpa)

24.12.2014

Verdienstorden-Rückgabe war Anregung der Staatskanzlei

Nach Anruf: Ex-Bayern-Präsident Hoeneß ließ Frau und Kinder Auszeichnung persönlich bei Seehofer abgeben

Uli Hoeneß (62) hat bereits Anfang September den Bayerischen Verdienstorden an die Staatskanzlei in München zurückgeben lassen. Das stellte Hoeneß-Anwalt Michael Nesselhauf jetzt klar. Er betonte zugleich, dass der Ex-Präsident des FC Bayern München damit keineswegs auf Distanz zu Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und anderen Politikern habe gehen wollen, wie es in einigen Berichten hieß. Ausschließliches Motiv sei vielmehr gewesen, dass die Staatskanzlei eine Rückgabe angeregt habe. Nur wenige Wochen nach Hoeneß' Haftantritt habe die Staatskanzlei in einem Telefonat mit einem der Verteidiger erklärt, es gebe eine Art ungeschriebenes Gesetz: Wer zu einer Strafe ohne Bewährung verurteilt worden sei, müsse den Verdienstorden zurückgeben. Daraufhin entschied Uli Hoeneß nach Angaben seines Anwalts, die Auszeichnung durch seine Frau und seine Kinder an Seehofer persönlich zurückzugeben. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten habe es dann am 8. September das Treffen gegeben.

Seinen Weihnachtsurlaub hat Hoeneß schon angetreten

Hoeneß ist wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden und verbüßt seine Strafe seit Juni in Landsberg am Lech. Im September bekam er erstmals Ausgang. Fast sieben Monate nach Haftantritt hat Hoeneß jetzt aber seinen ersten richtigen Urlaub angetreten. Ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums bestätigt, dass der 62-Jährige am Mittwochmorgen zum Weihnachtsurlaub die Justizvollzugsanstalt Landsberg verlassen durfte. Erstmals seit Beginn der Haft darf der einstige Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern damit wieder zu Hause übernachten.
Ab Januar wird er als Freigänger beim FC Bayern in der Nachwuchsarbeit erwartet. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte im ZDF-«Sportstudio»: «Ab Anfang Januar kommt er zum ersten Mal her, wird dann im Nachwuchs tätig sein.» Dass der frühere Vereinspräsident im Profigeschäft eingebunden wird, sei «eigentlich nicht geplant. Wir mussten ja da einen Vertrag unterschreiben, mit der JVA Landsberg, und in dem Arbeitsvertrag ist das Arbeitsfeld eben eigentlich exklusiv auf den Nachwuchsbereich beschränkt.» Es werde aber sicherlich Diskussionen geben.
Über die Beziehung zu Hoeneß sagte Rummenigge: «Durch dieses Wetzen und Fetzen haben wir am Ende des Tages auch immer ganz ordentliche Lösungen gefunden.»
Den Bayerischen Verdienstorden hatte Hoeneß 2002 von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bekommen, weil er sich «für unseren Staat und für das Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger eingesetzt» habe. Mit ihm zusammen waren damals die Schauspielerin Senta Berger und der Filmregisseur Michael Verhoeven ausgezeichnet worden. (dpa)

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Kommentare (1)

  1. SuperHorsti am 25.12.2014
    Wenn es einem schlecht geht und alle auf einem herumtrampeln kann man seine Freunde wirklich an einer Hand abzählen. Seehofer hält sein Fähnchen immer nach dem Wind und dieser bläst halt nun einmal gerade gegen Uli Hoeneß. Das hätte es unter Dr. Edmund Stoiber nicht gegeben.
    Wenn durch die "Verbrechen" des Bayern-Bosses Menschen zu Schaden gekommen wären hätte ich es vielleicht noch verstanden. Es ist eine Angelegenheit zwischen Hoeneß und dem Finanzamt Miesbach.
    Die Aufschläge auf die durch Steuerverkürzung ausstehende Summe sind ohnehin Strafe genug.
    Seehofer selbst kann froh sein, daß seine Frau ihm verziehen hat und nicht das getan hat was in unserem gottlosen Land der Lohn für Untreue ist, die Scheidung! Karin hat ihren Horsti auch nicht zurückgegeben.
    Kaum noch zu ertragen diese Schmierenkomödie!

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